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23.07.2010, 16:57 Uhr

 

Was macht Bayreuth für den besseren Bahnanschluss?

BAYREUTH. Hat die Bahn überhaupt ein Interesse an einer Anbindung von Bayreuth an die Franken-Sachsen-Magistrale? Diese Frage stellen sich Bürger wie Politiker auf allen Ebenen. Und fordern nicht zuletzt von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl entschiedenen Einsatz für die Belange der gesamten Region. Der Kurier fragte deshalb im Rathaus nach, was Hohl für eine Verbesserung der Fernreisesituation tut.

 

„Auf die Frage, wie Bayreuth in einen künftigen Fernverkehr Nürnberg-Dresden beziehungsweise Nürnberg-Prag integriert werden kann, gibt es derzeit noch keine abschließende Antwort“, macht Hohl klar. Selbst die Wiedereinführung und die Betriebsführung des Fernverkehrs stünden aktuell noch in den Sternen.

15 Jahre währender Kampf

Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Fernverkehrs-Situation für Bayreuth ist die Schließung der Elektrifizierungslücke von Reichenbach nach Nürnberg und Schirnding/Eger. Hierfür habe das Sächsisch-Bayerische Städtenetz, mit dem die Stadt Bayreuth gemeinsam seit über 15 Jahren hartnäckig um Verbesserungen im Schienenverkehr kämpft, einen Drei-Stufenplan entwickelt. „Da Investitionen in die Schienenverkehrsinfrastruktur abseits der Hochgeschwindigkeitstrassen zum wesentlichen Teil vom Nutzen für den Güterverkehr bestimmt werden, wird die Elektrifizierung zunächst über Marktredwitz erfolgen müssen“, so Hohl.

Für die Einbindung Bayreuths gebe es zahlreiche Varianten. Da aus topografischen Gründen kein schwerer Güterverkehr über Bayreuth rollen kann, hänge die Realisierbarkeit sehr stark von der Höhe der Kosten ab. Wie Vorprüfungen ergeben haben, so Hohl, ist der Bau einer Süd-Ost-Spange vom Kreuzstein zur Neuen Heimat mit dem viel zitierten Bayreuther „Südbahnhof“ technisch und städtebaulich durchaus denkbar. Er sei, so Bayreuths Oberbürgermeister, jedoch extrem aufwendig und hat auch für den Fahrplan des Fernverkehrs gravierende Nachteile.

Die Stadt Bayreuth verfolgt daher derzeit als vorrangiges Ziel, die grundlegende Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale nach Nürnberg zu erwirken.

Bahn favorisiert Regensburg

Die Bahn ihrerseits favorisiere jedoch offensichtlich eine Elektrifizierung nach Regensburg, da diese Strecke für den Güterverkehr dringend benötigt wird und der Ausbau nach Nürnberg wegen der Tunnels und Brücken im Pegnitztal wesentlich teuerer ist. „Hier wird noch ein großes Stück Überzeugungsarbeit zu leisten sein“ so Hohl. Deshalb will der Oberbürgermeister demnächst ein persönliches Gespräch mit dem Bahnchef Dr. Rüdiger Grube führen.

Die Stadt Bayreuth tue gut daran, diese Diskussion nicht mit zusätzlichen eigenen Forderungen zu belasten und damit weitere Argumente für Regensburg und gegen Nürnberg zu liefern. Doch es werde schon jetzt an Konzepten gearbeitet, wie Bayreuth bei einer Elektrifizierung nach Nürnberg selbst attraktiv, das heißt mit schnellen und komfortablen Zügen in den überregionalen Verkehr eingebunden werden könne.

Hohls Fazit in der Bahnfrage: „Wegen der wachsenden Konkurrenz um Investitionen in den Schienenausbau wird der Raum zwischen Nürnberg, den Metropolen Sachsens und Prag seine politischen Anstrengungen noch weiter intensivieren müssen, um Gehör zu finden. Hier ist die Stadt Bayreuth die treibende und innovative Kraft und wird es auch in den nächsten Jahren sein.“

mx/Foto: Gisder/Archiv




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