23.07.2010, 16:27 Uhr
Von Peter Engelbrecht
BAYREUTH. Im Bodenseering gibt es massive Probleme mit dem Parken. Sogar der Stadtbus blieb schon einmal stecken.
„Durch den Bau des Seniorenwohnheimes am Bodenseering hat sich die Parkplatzsituation drastisch zugespitzt“, sagt Anwohnerin Gabriele Teufel. Ein viel zu großes Gebäude sei errichtet worden, aber ohne dazu gehörige Parkplätze.
Für jede Wohnanlage, die neu gebaut wird, müsse pro Wohnung mindestens einen Stellplatz beziehungsweise eine Garage vorhanden sein. „Diesem Umstand wurde hier aber keine Beachtung geschenkt“, zeigt sich Teufel verärgert. Dass die Bewohner des Heimes nicht mehr mit dem Auto mobil sind, steht für sie außer Frage, „aber was ist mit den vielen Mitarbeitern, den Besuchern und den Ärzten?“ Diese müssten ja auch ihre Fahrzeuge parken.
Zu allem Überfluss ein Parkverbot
Nun wurde im Bodenseering auch noch ein einseitiges Parkverbot eingeführt. Die Verantwortlichen der Stadt Bayreuth sollte bekannt sein, dass der Bodenseering die Straße mit der
zweithöchsten Anwohnerzahl in Bayreuth ist, betont Teufel. Folglich ist dort auch ein hohes Verkehrsaufkommen und vor allen Dingen auch ein hoher Bedarf an Parkplätzen durch die
Anwohner des Bodenseerings sowie auch der Anwohner der Eibseestraße und des Tegernseeweges vorhanden.
Den Vorwurf, durch das Seniorenheim würden Parkplätze blockiert, weist dessen Leiterin Iris Worschech zurück. Natürlich nütze das Heim öffentliche Parkplätze,
aber es stünden auch 25 Plätze für Beschäftigte und Besucher in einer Tiefgarage zur Verfügung. Die Parksituation seit auch schon vor der Einweihung des Seniorenheimes
2008 angespannt gewesen, weiß Worschech. Das Heim verfügt über 140 Pflegeplätze.
Probleme sind der Stadt bekannt
Die Klagen von Anwohnern über mangelnden Parkraum im Bodenseering sind bei der Stadt bekannt, berichtet Pressesprecher Joachim Oppold. Sie sind aber nach Einschätzung des
Straßenverkehrsamtes nicht auf den Besucherverkehr für das Seniorenzentrum zurückzuführen. „Selbstverständlich musste im Zuge der dortigen Neubaumaßnahme ein
entsprechender Stellplatznachweis erbracht werden“, erläutert Oppold. Wie hoch deren Zahl ist, konnte die Stadt gestern nicht mitteilen.
Die Parkprobleme resultieren laut Stadtverwaltung vielmehr daraus, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl der im öffentlichen Straßenraum kostenlos abgestellten Kraftfahrzeuge von
Anwohnern beständig zugenommen hat, obwohl – allerdings kostenpflichtige – Parkdecks für die angrenzenden Wohnanlagen zur Verfügung stehen.
Behinderungen für Stadtbusse
„In jüngster Vergangenheit hat sich die Situation derart verschärft, dass der Stadtbus wegen parkender Autos seine Haltestellen nur noch mit größter Mühe und teilweise sogar gar nicht mehr anfahren konnte und auch eine Durchfahrt nicht mehr möglich war“, berichtet Oppold. Die Bayreuther Verkehrs- und Bäder-GmbH habe daher das Straßenverkehrsamt gebeten, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um ein Einhalten des Fahrplans zu gewährleisten.
In der Folge wurde ein einseitiges absolutes Haltverbot von der Bushaltestelle vor dem Seniorenheim entlang der rechten Straßenseite bis hinter die Bonhoeffer-Schule ausgeschildert. Seither kann der Stadtbusverkehr wieder seinen Fahrplan einhalten.
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