22.07.2010, 11:00 Uhr
Von Alexander Gradl
BAYREUTH/PASSAU. Sebastian Frankenberger, der das Volksbegehren zum Schutz von Nichtrauchern auf den Weg gebracht hat, hat es nach seinem politischen Erfolg derzeit nicht einfach.
Die Antipathie ist gewaltig. Vor allem im digitalen Sozial-Netzwerk Facebook wird richtiggehend gehetzt. Die Anfeindungen stören sogar Frankenbergers Privatleben. Unbekannte verstreuten kürzlich 200 Zigarettenkippen vor seiner Haustür.
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Auto wird versteckt |
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In zehn Tagen tritt das neue Gesetz für den Nichtraucherschutz in Kraft. Sebastian Frankenberger macht sich bereits Gedanken über diesen Tag. „Mein Auto werde ich am 1. August ganz sicher nicht in der Garage oder vor dem Haus abstellen“, räumte er am Telefon ein. Er werde den Wagen an einem sicheren, der Öffentlichkeit unbekannten Ort parken. |
Diese Nähe des Hasses beeinträchtige schon die Freizeitgestaltung, sagte Frankenberger dem Kurier. „In Passau gehe ich in letzter Zeit abends eher selten weg“, gab er zu.
Gruppen, die sich bei Facebook im Internet gegen den 28-jährigen ödp-Politiker richten, tragen drastische Namen wie „Wer möchte Sebastian Frankenberger als Freund? Ich jedenfalls nicht!“, „Sebastian Frankenberger raus aus Deutschland“ oder „Lokalverbot für Herrn Sebastian Frankenberger“; letztgenannte Gruppe hat fast 16.000 Mitglieder.
„Die Anfeindungen treffen mich nicht. Ich finde es aber sehr traurig, in welche Richtung sich die Gesprächskultur in Deutschland entwickelt“, bekannte Frankenberger. Er wird als Arschloch betitelt, auch Aufrufe zum Mord sind zu lesen. „Ich habe keine Angst vor solchen Worten“, beteuerte er.
Davidstern im Briefkasten
Vor kurzem schickten ihm Raucher einen Davidstern, um sich mit verfolgten Juden zu vergleichen. „Derartige Nazi-Vergleiche gebe ich an die Staatsanwaltschaft weiter.“ Frankenberger steht weiter voll hinter dem errungenen Sieg gegen den Qualm und seine Vorgehensweise. Hass-Mails und Facebook-Einträge beantworte er freundlich.
„Den Link auf die Homepage des Bayerischen Landtags, wo das Prozedere eines Volksbegehrens erklärt wird, schicke ich gleich mit“, fügt er an. So wolle er das Bewusstsein schärfen, dass jeder, der ein Anliegen hat, diesen Weg gehen könne.
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