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22.07.2010, 09:44 Uhr

 

"Es braucht keine Katharina Wagner-Festspiele"

BAYREUTH. Katharina Wagner strebt keine Sonderstellung als Regisseurin bei den Bayreuther Festspielen an. "Es reicht, wenn ich hier im Jahr 2015 Tristan und Isolde inszeniere, dann brauche ich nicht schon 2018 erneut Regie führen", sagte die Urenkelin Richard Wagners in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

 

Katharina Wagner strebt keine Sonderstellung als Regisseurin bei den Bayreuther Festspielen an. Foto: Archiv/Lammel
"Es braucht keine Katharina Wagner-Festspiele", erklärte die 32-Jährige, die die Festspiele zusammen mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier (65) leitet. Intendanten oder Festspielleiter sollten nicht ständig selbst Regie führen, sondern möglichst viele Wagner-Rezeptionen mit unterschiedlichen Handschriften ermöglichen, lautet ihr Credo.

Bei der Realisierung des Rahmenprogramms der Festspiele sind die beiden Hügel-Chefinnen mehr denn je auf Sponsoren angewiesen. Das gilt für das Public Viewing ebenso wie für die Fortsetzung des Projektes "Wagner für Kinder" und die Veranstaltungen zum 200. Geburtstag Richard Wagner im Jahr 2013. Dann sollen Wagners Frühwerke "Rienzi", "Die Feen" und "Das Liebesverbot" in einem exklusiven Theaterzelt realisiert werden. "Ich bin dankbar, dass Siemens das Public Viewing ermöglicht - auch die Kinder-Oper wäre ohne die Unterstützung von Audi und der Herbert Hillmann und Margot Müller-Stiftung nicht möglich", betonte Katharina Wagner.

Sonderkonzert zu Wagners Geburtstag

Die Pläne für die Live-Übertragungen aus dem Festspielhaus reichen mittlerweile bis in das Jahr 2013. Nach "Lohengrin" 2011 und "Tannhäuser" 2012 sollen in drei Jahren alle vier Werke des "Ring des Nibelungen" auf dem Volksfestplatz gezeigt werden. Die Namen des Regie-Teams für die Neuinszenierung im Jubiläums-Jahr und des Dirigenten für die Tetralogie will sie möglichst noch während der 99. Richard Wagner-Festspiele bekanntgeben. An Wagners Geburtstag, dem 22. Mai 2013, planen die Urenkelinnen ein Sonderkonzert im Festspielhaus.

Die Neuinszenierung des "Lohengrin", mit der die Festspiele am Sonntag, 25. Juli eröffnet werden, trägt noch die Handschrift Wolfgang Wagners, der am 21. März im Alter von 90 Jahren starb. Mit dem erst 31 Jahre alten Andris Nelsons habe ihr Vater einen zwar noch sehr jungen, aber hochbegabten Dirigenten engagiert. Mit Hans Neuenfels gabe einer der Meister des Regietheaters sein Debüt am "Grünen Hügel". Der 69-Jährige sei zwar nicht unbedingt mit Wagner-Rezeptionen aufgefallen. "Sein Engagement kommt aber zum richtigen Zeitpunkt",betonte Katharina Wagner.

In ihrer zweiten Spielzeit als Festspielleiterinnen warten die Wagner-Schwestern mit zwei weiteren Neuerungen auf: Unter dem Titel "Zäsuren" sollen hochkarätige Intellektuelle Gustav Seibt, Stephan Mösch, Hermann Nitsch und Herfried Münkler vertiefte Einblicke in das Werk Wagners und seinen Einflüsse auf die Kunst und die Politik im 20. und 21. Jahrhundert vermitteln. Themen sind unter anderem Richard Wagners romantisches Herrschaftsmodell und die einzigartige Akustik im verdeckten Orchestergraben, dem "mystischen Abgrund". Erstmals bieten die Festspiele in diesem Jahr Einführungsvorträge an, die die Theaterwissenschaftlerin Katja Leber halten wird.

dpa




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