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21.07.2010, 11:41 Uhr

 

Die Meistersinger von Nürnberg

Oper in drei Akten

 

Foto: Lammel
Erster Aufzug

In der Nürnberger Katharinenkirche ist der Gottesdienst ist zu Ende. Während die Gemeinde die Kirche verlässt, wartet der Ritter Walther von Stolzing auf Eva, die Tochter des reichen Goldschmieds Veit Pogner. Sie hatten sich tags zuvor kennengelernt und sogleich ineinander verliebt, als Stolzing zu Gast im Hause des Goldschmieds war. Auf seine Frage, ob sie schon Braut sei, erfährt Stolzing, dass Pogner bestimmt habe, sie dürfe nur einen Meistersinger heiraten.

Pogner habe Eva und seine gesamte Habe als Preis eines Wettsingens ausgesetzt, das am nächsten Tage vor allem Volke stattfinden soll. Stolzing ist sofort entschlossen, daran teilzunehmen, und lässt sich von David, dem Lehrbuben des Schusters Hans Sachs, in das verzwickte Reglement des Meistersanges einweisen. Der Plan Pogners findet bei den Meistern nur wenig Anklang, wird jedoch vom Schuster Hans Sachs unterstützt und schließlich angenommen. Nach einigem Widerstreben erzielen die Meister auch Einigkeit darin, dass der von Pogner als Bewerber für die Zunft der Meistersinger vorgeschlagene Walther von Stolzing eine Probe seines Könnens ablegen dürfe.

Als Merker - derjenige, der die Fehler des Probanden ankreidet - wird der Stadtschreiber Sixtus Beckmesser bestellt. Dieser aber begehrt selbst Pogners Tochter zu Frau, vermutet in Sachs bereits einen Nebenbuhler und lässt unmissverständlich erkennen, dass er auch auf den Junker nicht gut zu sprechen ist. Noch ehe Stolzing sein Lied beendet hat, unterbricht Beckmesser den Gesang, verkündet, dass der Junker die Probe nicht bestand, folglich auch zum Wettgesang nicht zugelassen werden könne, und zeigt den Meistern zum Beweis die mit Fehlerstrichen bedeckte Merkertafel. Sachs fordert Stolzing auf, mit seinem Vortrag fortzufahren, und bezweifelt die Unbefangenheit eines Merkers, der selbst auf Freiers Füßen geht. Dieser erwidert darauf giftig, dass Sachs sein Handwerk vernachlässige, seit er sich um die Dichtkunst bemühe. Stolzings Lied geht in allgemeinem Gezänk unter. Aber das Urteil der Meister steht fest: der Junker hat »versungen und vertan«.

Zweiter Aufzug

Der Abend bricht an. Eva ist noch immer im Ungewissen darüber, was sich am Vormittag in der Singschule ereignet hat - Magdalene, ihre Amme, wusste nichts Genaues und ihr Vater wollte nicht davon sprechen. Sie geht hinüber zur Werkstatt des Schusters Hans Sachs, um von ihm endlich Klarheit über den Ausgang des Probesingens zu erhalten und erfährt, dass Stolzing sich an keine der Regeln zu halten vermochte und damit ohne jede Aussicht sei, an dem Wettsingen teilnehmen zu können.

So verlässt sie die Schusterwerkstatt mit zornigen Vorwürfen auf die Meisterzunft. Sachs, erstaunt über solche Heftigkeit, beginnt zu ahnen, wie es um Evas Gefühle für den Ritter steht und beschließt, in das Geschehen einzugreifen. Plötzlich kommt Stolzing die Gasse herauf. Eva eilt dem sehnsüchtig Erwarteten entgegen und sucht seine Wut auf die Meister zu beschwichtigen, die ihn fast um den Verstand bringt. In der Ausweglosigkeit ihrer Situation fassen sie den Plan, noch in dieser Nacht zu fliehen. Aber Sachs, der die beiden belauschte und ihre Absichten vereiteln will, richtet das Licht seiner Lampe so auf die Straße, dass das Paar nicht ungesehen entkommen kann.

In der Hoffnung auf eine günstigere Fluchtmöglichkeit verbergen Stolzing und Eva sich in einem Gebüsch. In diesem Augenblick erklingen Töne einer Laute. Beckmesser hat sich Pogners Haus gegenüber aufgestellt und stimmt, erwartungsvoll zu Evas Fenster emporspähend, sein Instrument. Sachs ist unterdessen mit seiner Werkbank vor das Haus gerückt und beginnt, ehe noch der Merker mit seinem Ständchen anfangen kann, ein derbes, von lauten Hammerschlägen begleitetes Schusterlied zu singen. Erschrocken und zornig über diese Störung fordert Beckmesser den Schuster auf, das laute Singen und Hämmern zu unterlassen. Dieser indes entgegnet listig, dass es die Schuhe des Merkers seien, die er auf den Leisten gespannt habe und noch heute fertig stellen müsse, da er sich nicht wieder vorwerfen lassen wolle, er vernachlässige sein Handwerk und liefere bestellte Schuhe nicht pünktlich ab.

Alles Drängen und Bitten bleibt vergeblich. Sachs fährt unbeirrt in seiner Arbeit fort und ermuntert Beckmesser, getrost sein Lied zu singen, er selbst könne dabei gut das Geschäft des Merkers übernehmen und jeden Verstoß gegen die Regeln des Meistergesanges mit einem Hammerschlag auf den Leisten ahnden; auf diese Weise werde beiden geholfen. Um nicht noch mehr Zeit nutzlos verstreichen zu lassen, geht Beckmesser schließlich zerknirscht auf Sachs' Vorschlag ein, präludiert, hebt an, bricht jedoch wütend wieder ab, als Sachs bereits bei den ersten Versen kräftig mit dem Hammer dazwischenklopft, da kaum eine Wortbetonung richtig getroffen ist. Beckmesser beginnt von vorn, Sachs hingegen erkennt kopfschüttelnd, dass es zwecklos ist, jeden weiteren Fehler gesondert anzumerken und setzt emsig hämmernd seine Arbeit an den Schuhen fort. In Sorge, Magdalene, die er für Eva hält, könne frühzeitig ihren Platz am Fenster wieder verlassen, singt Beckmesser immer hastiger und lauter, um zugleich die Hammerschläge des Schusters zu übertönen. Als sein Lied beendet ist, hält Sachs triumphierend die fertigen Schuhe in die Höhe.

David, von Beckmessers Geschrei aus dem Schlaf geschreckt, öffnet den Fensterladen, erkennt sofort Magdalene, seine Geliebte, stürzt hinaus und fällt wütend über seinen vermeintlichen Rivalen her. Immer mehr über die nächtliche Ruhestörung empörte Bürger drängen aus ihren Häusern und mischen sich in den Streit. Es kommt zu einem wilden Handgemenge. Als die Prügelei ihrem Höhepunkt zustrebt, sieht Stolzing endlich die Gelegenheit gekommen, mit Eva zu fliehen, und zieht sein Schwert, um sich eine Gasse durch das Gewühl zu bahnen, wird jedoch von Sachs, der auch David und Beckmesser auseinander bringt, gepackt und - wie auf der anderen Straßenseite Eva von Pogner - ins Haus gezogen.

Als das Horn des Nachtwächters ertönt, überschütten die Frauen, die von den Fenstern aus ängstlich die Prügelei verfolgt haben, um den Streit zu beenden, ihre Männer aus Kannen und Krügen mit Wasser. Die Streithähne ergreifen in panischem Schrecken die Flucht. Im Nu sind alle in den Häusern verschwunden, Türen und Fenster wieder geschlossen. Als der Nachtwächter vorüberkommt, sind Platz und Gassen ruhig und leer.

Dritter Aufzug

Sachs blättert in einem schweren Folianten und ist in Gedanken über die Sinnlosigkeit des Weltenlaufs versunken. Stolzing betritt die Stube und erzählt, dass er in der Nacht einen wunderbaren Traum gehabt habe. Sachs erwidert, Träume sollten festgehalten werden, da in ihnen des Menschen tiefste Wahrheit sich offenbare; die Arbeit des Dichters bestehe darin, sie richtig zu deuten und in angemessene Formen zu fassen. Stolzing beginnt zu erzählen, Sachs greift sogleich zu Feder und Papier, und bald sind unter seiner Anleitung aus Stolzings Traumvision die ersten beiden Strophen eines neuen Meisterliedes gedichtet. Sachs ermuntert den Junker, dem Lied in gleicher Weise noch eine dritte Strophe hinzuzufügen und sich mit diesem Werk doch noch am Wettgesang um die Gewinnung der Hand Evas zu beteiligen.

Beide begeben sich darauf in die angrenzenden Kammern, um sich für das bevorstehende Fest umzukleiden. Volksmenge heraus, trägt sein Lied vor und wird von den Meistern zum Sieger des Wettbewerbs erklärt. Eva überreicht dem Geliebten den Lorbeerkranz; als Pogner ihm aber die goldene Kette als Zeichen der Meisterwürde umlegen will, wehrt Stolzing trotzig ab. Erst als Sachs ihn eindringlich mahnt, die Tradition der Kunst und ihre Meister nicht zu verachten, lässt sich der Junker bewegen, die Ehrung anzunehmen.

Begeistert feiert das Volk den Schuster als seinen Helden. Plötzlich humpelt der arg zugerichtete Stadtschreiber Beckmesser in die Schusterstube, entdeckt das auf dem Werktisch liegengebliebene Gedicht, steckt es ein, in der Annahme, es sei ein von Sachs verfasstes Lied, mit dem dieser selbst um Eva werben wolle, beschuldigt in rasender Wut den Schuster, als der wieder die Werkstatt betritt, er habe den nächtlichen Anschlag vorsätzlich herbeigeführt, um seinen Gegner auszuschalten, und hält ihm, als dieser bestreitet, sich am Wettgesang beteiligen zu wollen, zum Beweis das gestohlene Lied unter die Augen. Zum größten Erstaunen des Stadtschreibers indes schenkt Sachs ihm das Blatt und gibt auf sein misstrauisches Drängen hin das Versprechen, sich nie als Verfasser des Liedes zu bezeichnen. Beckmesser macht sich eilig mit der unerwarteten Gabe davon, um sich auf den Wettgesang vorzubereiten.

Während Sachs noch dem verhinderten Diebstahl des Stadtschreibers nachsinnt, gewahrt er Eva vor seiner Ladentüre. Diese ist überrascht und beglückt zugleich, in der Schusterstube auf Walther von Stolzing zu treffen, der durch ihren Anblick zur letzten Strophe seines Liedes inspiriert wird. Eva begreift, was Sachs für sie getan hat; dieser erwidert ihren Dank mit dem Bekenntnis, dass ihm der Verzicht, selbst um sie zu werben, durchaus nicht leicht gefallen sei.

Auf der Festwiese herrscht buntes Treiben. Lehrbuben und Mädchen eröffnen den Tanz. Schließlich erscheinen die Meistersinger auf dem Platz, in ihrer Mitte auch Eva, geführt von ihrem Vater. Hans Sachs, noch ehe er Anlass und Preis des Wettsingens verkünden kann, wird von der jubelnden Volksmenge mit seinem Reformationschoral begrüßt. Als erster betritt Beckmesser das Sängerpodest. Doch die gestohlenen, zur Melodie seines verunglückten Ständchens für Eva vorgetragenen Verse missraten ihm zu groteskem Unsinn, da er vor Aufregung kaum ein Wort richtig wiederzugeben imstande ist.

Volk und Meister brechen in Hohn und lautes Gelächter aus. Beckmesser stürzt sich wütend auf Sachs und bezichtigt ihn, das schlechte Lied verfasst und ihm aufgedrängt zu haben. Dieser jedoch entgegnet zu höchstem Erstaunen aller Anwesenden, dass er nie sich rühmen würde, Urheber eines so schönen, von Beckmesser indes gänzlich entstellten Liedes zu sein, und ruft den wahren Verfasser als Zeugen auf.

Stolzing tritt aus der Volksmenge heraus, trägt sein Lied vor und wird von den Meistern zum Sieger des Wettbewerbs erklärt. Eva überreicht dem Geliebten den Lorbeerkranz; als Pogner ihm aber die goldene Kette als Zeichen der Meisterwürde umlegen will, wehrt Stolzing trotzig an. Erst als Sachs ihn eindringlich mahnt, die Tradition der Kunst und ihre Meister nicht zu verachten, lässt sich der Junker bewegen, die Ehrung anzunehmen. Begeistert feiert das Volk den Schuster als seinen Helden.




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