20.07.2010, 18:17 Uhr
Von Peter Engelbrecht
BAYREUTH. Heftige Kritik an Teilen der 27 Sparvorschläge der Wirtschaftsprüfer Rödl & Partner zur Haushaltssanierung kommen von der SPD, den Grünen und auch von Teilen der CSU.
Die meisten Sparvorschläge gingen zu Lasten von Familien, Kindern, Jugendlichen und Sportvereinen, kritisierte SPD-Stadträtin Christa Müller-Feuerstein. Man könne getrost auf Kürzungsvorschläge wie das Streichen von Berufspraktikanten oder die Reduzierung von Essensgeldzuschüssen in Kindertageseinrichtungen verzichten.
Finanzreferat hätte Vorschläge erarbeiten sollen
Diese Vorschläge senkten in erster Linie die Lebensqualität der Familien in Bayreuth, betonte Müller-Feuerstein. Bayreuth brauche in Zukunft junge Menschen, dazu passe nicht die
Schließung des Altstadtbades. Die SPD rügte, dass die Sparvorschläge für Kosten von 206.000 Euro von außen erarbeitet wurden. Dies wäre Aufgabe des Finanzreferats
gewesen.
Die Grünen und Unabhängigen im Stadtrat kritisierten, dass der Verkehrslandeplatz, die Lohengrintherme und die Sanierung des Stadtbades viel Geld gekostet habe und deshalb eine
Haushaltskonsolidierung notwendig geworden sei. Die Einsparvorschläge seien eher als familienfeindlich zu bezeichnen, rügte Fraktionsvorsitzender Oskar Brückner.
Gutachten-Liebhaber Hohl
Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl habe das Amt für Wirtschafts- und Strukturentwicklung personell stark aufgestockt, zudem seien zahlreiche Gutachten in Auftrag gegeben worden,
rügte Stadträtin Sabine Steininger.
Auch aus Teilen der CSU kommt Widerspruch. Die Mehrheit der Christlich Sozialen Arbeitnehmerschaft (CSA) sei strikt dagegen, das Altstadtbad anzugehen und fordert dazu auf, das Gutachten in
diesem Punkt in Frage zu stellen, so Matthias Unger, Vize-Vorsitzender des Kreisverbandes Bayreuth Stadt der CSA.
"Ungerechte Hallenmiete"
Auch die Hallenmieten seien ungerecht. Leisteten doch die Vereine vorbildliches für die „Sportstadt Bayreuth“. Hier kämen Menschen aus allen sozialen Schichten zusammen, hätten gemeinsam ihre Erfolgserlebnisse. „Unsere Kinder werden von der Straße geholt und bekommen einen Gemeinschaftssinn“, betonte Werner Keller, Vorsitzender der CSA in Bayreuth.
Symbolbild: pa
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