ENGELMANNSREUTH. Erneut hat ein tragischer Todesfall am Mittwochabend das Fußballtraining beim TSV Engelmannsreuth überschattet. Nach Information des Vorsitzenden Wolfgang Ilgner klagte der 23-jährige Torwart der zweiten Mannschaft über Schwindel und brach dann plötzlich neben dem Tor zusammen.
Neben dem Tor brach am Mittwochabend ein 23-jähriger Spieler des TSV Engelmannsreuth zusammen und starb trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche durch seine Teamkameraden dann im Krankenhaus. Im Hintergrund das Sportheim. Foto: Engelbrecht
Einen Tag nach dem Unglück ist Ilgner, der auch vor Ort war, die Betroffenheit noch anzumerken. Die Mannschaftskameraden hätten innerhalb von Sekunden mit der Reanimierung begonnen. Ein
aus Eschenbach kommender Rettungswagen brachte den jungen Mann nach Bayreuth ins Krankenhaus, wo er starb. Der ebenfalls alarmierte Rettungshubschrauber befand sich bei einem Einsatz in Hof.
Zeitgefühl geht verloren
Wie Dietmar Kasel, Leiter der Rettungsleitstelle in Bayreuth, auf Nachfrage mitteilte, ging um 20.40 Uhr der Notruf ein und elf Minuten später war der Krankenwagen vor Ort. „Man verliert
in solchen Situationen häufig jedes Zeitgefühl“, reagierte Kasel auf Äußerungen von Zeugen, die Sanitäter wären erst nach einer halben Stunde
eingetroffen.
Vor dem Rettungswagen war der diensthabende Notarzt Hubertus Lindner aus Pegnitz am Ort, der ausdrücklich das vorbildliche Verhalten der Mannschaftskameraden lobte. „Vielleicht macht das
vielen Mut, in einem Notfall künftig nicht wegzuschauen und einfach was zu machen“, sagte er. Eine Laienreanimation und zu handeln, sei in jedem Fall besser. Der Vorfall zeige auch, wie
wichtig es sei, regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen teilzunehmen. Eine Aussage zu den Ergebnissen der Obduktion wollte Lindner mit Hinweis auf seine ärztliche Schweigepflicht nicht
machen. An dem Abend hatten schwülwarme Temperaturen geherrscht.
Schreckliche Sache
Die Stimmung in Engelmannsreuth war gestern gedrückt, schnell hatte sich das Unglück herumgesprochen. Vor dem Sportheim stand noch das Auto des Toten, mit dem er zum Training gekommen
war. „Eine schreckliche Sache“, ist Wirtin Heidi Brendel fassungslos. Noch am Montag habe er hier an der Theke gestanden und als Kerwabursche bei einem Sketch mitgewirkt.
Der Torwart spielte seit seiner Kindheit beim TSV. Ob sich der Verein bei dem am Wochenende stattfindenden Fußballturnier der Verwaltungsgemeinschaft beteiligt, will Vorsitzender Ilgner bei
einer Rücksprache mit den anderen Vorstandsmitgliedern klären. „Ich tendiere aber dazu, abzusagen.“
Vor gut zwei Jahren, im März 2008, war der Verein von einem ähnlichen Fall betroffen. Damals war ein 26-jähriger Spieler ebenfalls beim Training zusammengebrochen und trotz
sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen im Krankenhaus gestorben.
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