KULMBACH. Einstimmig gab der Kreistag in seiner gestrigen Sitzung grünes Licht für die Aufstockung des Personals der Stabsstelle WOK, der Wirtschaftsoffensive Kreis Kulmbach. Zwei neue Kräfte, ein Regionalmanager und sein Assistent, sollen sich ab Oktober mit der Umsetzung des Entwicklungskonzeptes beschäftigen.
Die beiden Stellen sind auf drei Jahre befristet und werden gut 400 000 Euro kosten. Die Hälfte davon, so informierte Landrat Klaus Peter Söllner das Gremium über eine Zusage des
Wirtschaftsministeriums, wird der Freistaat übernehmen.
Hauptaufgabe der neuen Mitarbeiter wird die Umsetzung des regionalen Entwicklungskonzeptes 2020 sein. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung sowie Verbänden und Unternehmen hatte die
Coaching-Agentur Identität & Image gut eineinhalb Jahre lang an diesem Konzept gearbeitet. Der Vorstand des Eggenfeldener Unternehmens, Wolfgang Grubwinkler, stellte den Kreisräten
gestern die viele hundert Seiten lange Studie mit ihren Handlungsempfehlungen vor.
Die Idee für solche Studien zur Förderung des ländlichen Raumes kam vom Freistaat, der dafür auch Fördergelder zur Verfügung gestellt hat. Die bayernweite Resonanz war
allerdings nur gering. Für seine Vorreiterrolle kann der Landkreis jetzt mit weiteren Zuschüssen für das installierte Regionalmanagement die Ernte einfahren.
Ergebnisse der Landkreisgemeinden-Befragung
Wichtige Entwicklungspfade des Konzeptes haben sich aus einer Befragung der Landkreisgemeinden ergeben. Dabei zeigen sich deutliche Schwerpunkte des Interesses: Vor allem die soziale Infrastruktur
und Versorgung im ländlichen Raum, die interkommunale Zusammenarbeit, Qualifikation und Bildung sowie ein besseres Tourismusmarketing wurden häufig als dringende Handlungsfelder
benannt.
Aus 400 Ideen, die für das Konzept in der Diskussion waren, sind am Ende 126 Maßnahmen entwickelt worden. 29 davon wurden als kurzfristig realisierbar zu einem Aktionsprogramm für
die Jahre 2010 und 2011 zusammengefasst. Zehn Projekte wiederum sind in dem großen Handbuch detailliert beschrieben. Zu den ausgewählten Projekten gehören beispielsweise die
flächendeckende medizinische Versorgung, die Dorfläden, Ortskernsanierungen, das Kompetenzzentrum Energie, eine virtuelle touristische Landkreiskarte oder ein gemeinsames
Beschaffungswesen für die Kommunen.
gem/Foto: Fölsche
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