11.07.2010, 17:00 Uhr
Von Alexander Gradl
PEGNITZ. Ein Wochenende der Superlative, mit Hitzerekorden und der Kürung der besten Fußball-Mannschaft der Welt. Und zwischendrin das Waldstock-Festival, das sich als erbitterter Gegner der Hochkaräter erwies.
Denn auch in der 17. Auflage war die Schlossbergwiese bei freiem Eintritt wieder sehr gut besucht, Wassereimer und Pistolen schufen Freibad-Feeling, dank einer Leinwand auf dem Gelände waren die Fußball-Fans versorgt.
"In die Gambl"
Wer Wetter und Fußball trotzte und wegen des eigentlichen Ansinnens gekommen war, durfte sich auch nicht beschweren. Acht Bands stellten sich der Hitzewand, Lokalbands aus fränkischen und oberpfälzischen Gefilden gehörte der Nachmittag. Am Abend hätte Jane Walton aus Berlin spielen sollen, die Band war aber schon in der Vorbereitung kollabiert und am Freitag kurzfristig durch Abuela Coca aus Uruguay ersetzt worden. Das passte wie der Ball ins Dreieck! Die Latin-Skaler waren drückend überlegen und spielten das Publikum parallel zum Spiel um Platz drei locker aus.
Picturebooks aus Gütersloh zogen eine dicke Wand Gitarrenriffs hoch, Black Rebel Motorcycle Club-Feeling. Dank eines Trommlers mit hoher, präziser Schlagzahl das Traumtor des Abends.
Songs für Fliegenfänger
Als Deutschland bereits Dritter war, luden Autohype aus England zum Tanz. Synthesizer und Gitarren, Dance und New Wave als Symbiose, etliche Arme schnellten vor der Bühne begeistert in die Höhe. In der Nachspielzeit, für alle englischen Torhüter, der Song „Catch Me“.
Die Verlängerung, We Are Enfant Terrible aus Frankreich, hatte gegen die bereits überschrittene Mitternachtsgrenze, fränkischen Haselnussschnaps und letzte Anstürme auf die Imbissbuden ein Mittel zu finden. Die 8-Bit-Taktik war vielleicht ein wenig zu berechenbar und zu wenig offensiv, als dass man alle Fans hätte im Stadion halten können. Ein Bad in der verbliebenen Menge inklusive Crashbecken-Ständer ließen sich „les Bleus aber nicht nehmen.
Das Waldstock 2010, das vom Kurier präsentiert wurde, hat Stand gehalten, Fußball und Sonne konnten ihm nichts anhaben. Neuansetzung der Partie im Jahr 2011 dringend erforderlich.
Foto: Conrad
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