08.07.2010, 16:10 Uhr
IMMENREUTH. Romy ist der jüngste Neuzugang an der Grundschule Immenreuth: Noch nicht mal ein halbes Jahr ist sie jetzt alt, dafür steht sie aber an drei Tagen der Schulwoche im Mittelpunkt. Romy ist natürlich keine Schülerin, sondern eine freundliche Hundedame – und damit die bislang einzige „Lehrerin auf vier Pfoten“ im Landkreis Tirschenreuth.
Seit Pfingsten ist in dem Immenreuther Schulhaus jeweils Montag, Dienstag und Mittwoch „Hundetag“, die Verantwortung für das ungewöhnliche Projekt mit der Podenco-Mischlingshündin liegt bei Förderlehrerin Heike Haßmann. „Romy bringt eine ungeheure Ruhe in den Unterricht“, bestätigt das „Frauchen“ nach den ersten Wochen. Zum Einsatz kommt Romy vor allem im Förderunterricht für die 3. und 4. Klasse.
Positive Wirkung auf Schulleben
„Vor ungefähr zwei Jahren habe ich meinen ersten Schulhund in Iserlohn kennengelernt“, erzählt die Lehrerin. Sehr überrascht sei sie gewesen, wie positiv sich ein Tier
auf das Schulleben auswirken könne. Danach habe sie sich intensiv mit dem Thema „hundegestützte Pädagogik“ beschäftigt – und dann sei eben Romy gekommen.
Zuvor sei natürlich noch alles mit dem Schulamt und dem Elternbeirat abgesprochen worden, betont Schulleiter Peter Wolf, der auch schon enge Freundschaft mit der „neuen Kollegin“
geschlossen hat.
Die Aufgaben Romys lassen sich klar definieren: Sie tröstet, macht Mut, spornt zum Lernen an, lässt Stress und Wut verrauchen und fordert fröhlich zum Spielen auf. „Man kann
aus pädagogischer Sicht feststellen, dass durch die Anwesenheit von Romy eine entspannte und angenehme Lernatmosphäre entsteht und körperliche wie verbale Aggressionen deutlich
zurückgehen“, erläutert Haßmann.
Es sei auch zu beobachten, dass sich die meisten Kinder auf die Schule freuen, weil hier „ihr“ Schulhund schon auf sie wartet. Störenden Einfluss auf den Unterricht hat Romy nicht, denn er gehört zu einer Rasse, die eher nicht zum Bellen neigt. „Während des Unterrichts sitzt er meist zu Füßen der Kinder“, so Haßmann.
Schüler übernehmen Verantwortung
Neben den positiven Auswirkungen auf den Unterricht sieht die Förderlehrerin aber weitere Ansatzpunkte, wo Romy Gutes bewirken kann. Eingeführt worden sind nämlich verschiedene Dienste – vom Streicheldienst über den „Gassi“dienst bis hin zum Fütterdienst: „Die Mädchen und Jungen übernehmen Verantwortung und ängstliche Kinder können Vertrauen fassen und ihre Ängste überwinden.“
Ganz nebenbei lernen die Schüler also rücksichtsvolles Verhalten, Verantwortung und Sozialkompetenz. Tugenden, die dann auch im Umgang miteinander häufiger zur Anwendung kommen.
Nicht vergessen wird natürlich auch die Hygiene, denn nach dem Berühren des Hundes ist das Händewaschen Pflicht.
hol
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