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06.07.2010, 17:48 Uhr

 

Kein hausärztlicher Notdienst mehr

KULMBACH. Die Kassenbeiträge steigen schon wieder. Gleichzeitig wird die Versorgung vor allem der Patienten auf dem Land immer schlechter. Denn auch die Hausärzte mussten erneut Federn lassen: Seit dem 1. Juli sind nicht einmal mehr die Hausbesuche im Rahmen des Notdienstes separat abrechnungsfähig und müssen durch die Pauschalvergütung mit abgedeckt werden, die deswegen nicht erhöht worden ist.

 

Etliche Allgemeinmediziner im Landkreis Kulmbach stehen zudem vor Rückzahlungsforderungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im hohen vierstelligen Bereich pro Quartal. Doch damit nicht genug: Weil kaum mehr ein Arzt bereit ist, als Allgemeinmediziner eine Praxis auf dem Land zu übernehmen, gibt es künftig für den Bereich Thurnau/Kasendorf keinen ärztlichen Notdienst mehr. Die Versorgung kommt aus Kulmbach – mit entsprechenden Wartezeiten. Im Bereich Neuenmarkt/Wirsberg/Himmelkron/Trebgast funktioniert der Notdienst noch, aber nur deshalb, weil die dortigen Ärzte freiwillig mehr arbeiten als sie müssten. Sollte nur ein einziger ausfallen, droht auch da das Aus.

Notdienst nicht mehr zu schultern

Dr. Maria-Luise Rasch, Allgemeinmedizinerin in Neuenmarkt und Vorsitzende des Hausarztvereins im Landkreis Kulmbach, empfindet die Situation zunehmend fürchterlich. Schon jetzt seien viele ihrer Kollegen 60 Jahre und älter. Nachwuchs für die Praxen sei kaum zu finden. So sei es jetzt gekommen, dass nach dem Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren zweier Kollegen aus dem Bereich Kasendorf/Thurnau nur noch vier Ärzte in dieser Region arbeiten. „Die können den Notdienst nachts, an Feiertagen und an Wochenenden nicht mehr schultern.“ Die Konsequenz: Der Bereich Kasendorf wird jetzt aus Kulmbach mit versorgt – mit entsprechenden Wartezeiten und mehr Aufwand für die dortigen Mediziner.

Doch es droht noch mehr Ungemach. Auch die Hausärzte rund um Neuenmarkt kommen schon längst nicht mehr auf die eigentlich geforderte Zahl von zwölf Medizinern, die sich einen Notdienstbezirk teilen. Die acht Ärzte, die es dort noch gibt, schieben freiwillig mehr Dienst. Aber sie sind sich im Klaren, dass das ein Ende haben wird, wenn auch nur noch ein Kollege ausscheidet.

Symbolbild: pa



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