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05.07.2010

 

Neue Wagner-Parodie: "Thannreuther, Meistersinger"

BAYREUTH. Am Fuße des Grünen Hügels präsentiert Uwe Hoppe seine neueste Parodie "Thannreuther, Meistersinger". Der Inhalt: "Der gantze Sängerkriech am einen Abendt".

 

Fotos: red
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Michael Flegel spielt im Juli '88 als "Tannreuther" in einer Szene der Uraufführung des Stückes "Thannreuther, Meistersinger" im Hoftheater Bayreuth. Foto: dpa/Archiv
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Mit Spannung warten die Wagnerianer auf den Beginn der Bayreuther Festspiele am 25. Juli. Schon zwei Wochen vor der Premiere der Neuinszenierung der Oper "Lohengrin" durch Hans Neuenfels wartet Uwe Hoppe mit einer eigenwilligen Deutung der Werke Wagners auf.

Tannhäuser und Meistersinger in einem

Sein neuestes Werk mit dem Titel "Thannreuther, Meistersinger. Der gantze Sängerkriech am einen Abendt" wird bereits am 10. Juli im Hoftheater der Klavierfabrik Steingraeber uraufgeführt. Der Autor, Regisseur, Sänger und Schauspieler verknüpft die beiden Wagner-Opern "Tannhäuser" und "Die Meistersinger von Nürnberg" miteinander. Der Titel ist der selbe wie bei dem hochgelobten Stück vor 22 Jahren.

Damals wie heute hat der 55-Jährige den Sängerkrieg "bis zur Kenntlichkeit verfremdet", wie er es formuliert. Damals trat Tannhäuser mit Gitarre auf. Im seinem Outfit erinnerte er an den legendären Rock'n'Roll-Star Elvis Presley. Und heute? Allzu viel über seine Neufassung will Hoppe noch nicht verraten. Der Text ist naturgemäß nahezu der selbe wie in den Jahren 1988 bis 1990, als das Stück auch in Nürnberg und Dresden begeistert gefeiert wurde.

Vuvuzela - das neue Horn 

Die Kostüme sind neu und auch die Requisiten. An die Stelle des Horns des Nachwächters tritt - typisch Hoppe - die Vuvuzela. Bleistift und Papier der Jury des Sängerwettstreits werden durch ein Laptop ersetzt. Die Bühnenbilder von Karlheinz Beer sind wie immer bei Hoppes Wagner-Adaptionen auf das Notwendigste reduziert.

Das Motiv für die Verknüpfung der beiden Opern lieferte der große Komponist selbst. Wagner hatte seine "Meistersinger" als Satyrspiel auf den tragisch endenden "Tannhäuser" konzipiert. Hoppe projiziert den Stoff, die Auseinandersetzung mit Kunst und Gesellschaft, in die 75.000 Einwohner zählende Stadt Bayreuth, die sich während der Festspiele als "Weltstadt auf Zeit" fühlt. Lustvoll und sinnlich, und trotz Satire durchaus ernsthaft, klopft er das Sujet auf seinen aktuellen Gehalt ab.

"Der Sängerkrieg auf der Wartburg und der Sängerkrieg auf der Nürnberger Festwiese werden zu einem veritablen Kulturkampf kulminieren", verspricht Hoppe - geistreich, derb und komisch. "Die Kunst besteht darin, den Stoff Wagners auf das Wesentliche zu verdichten, ohne etwas wegzulassen", beschreibt Hoppe sein Erfolgsrezept.

Bereits mit seiner ersten Parodie "Der Ring des Liebesjungen" erntete er 1982 Anerkennung auch von eingefleischten Wagnerianern. Die Tetralogie, die im Original rund 15 Stunden dauert und im Festspielhaus auf vier Abende verteilt ist, haben Hoppe und sein Team in rund einem Viertel der Zeit gespielt. Im Drei-Jahres-Rhythmus platziert Hoppe seither seine Erfolgsstücke auf der Mini-Bühne im Steingraeber-Palais mit nur 99 Sitzplätzen.

"Paxiphall & Lohengrün" 

1985 schmiedete er aus "Parsifal" und "Lohengrin" sein Werk "Paxiphall & Lohengrün. Der gantze Kral am einen Abend". Nach der ersten Fassung von "Thannreuther, Meistersinger" folgte 1991 "Tristan und der fliehende Irrländer - Der gantze Liebestodd am einen Abendt".




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