01.07.2010, 13:55 Uhr
BERLIN/WÜRZBURG. Heftige Kritik am "Führungsverhalten" in CDU und FDP hat nach den Vorkommnissen um die Wahl des Bundespräsidenten der CSU-Mittelstandspolitiker Hans Michelbach geübt.
"Man hat gerade bei CDU und FDP eine Kandidatendiskussion ohne erkennbare Steuerung laufen lassen, die sich offenbar am Ende zum Teil verselbständig hat", sagte Michelbach der Würzburger Main-Post (Freitagausgabe). "Das gilt für mehr als zwei Leute". Es habe der erklärte Wille gefehlt, den eigenen Kandidaten im ersten Durchgang durchzubringen. "Im Vorfeld wurde der Eindruck erweckt, es sei nicht so entscheidend, in welchem Wahlgang man zum Erfolg kommt. Wer das tut, bekommt genau das Ergebnis, das wir am Mittwoch gesehen haben". Der CSU-Politiker glaubt allerdings nicht, dass ein nachhaltiger Schaden für die Koalition entstanden ist, weil Christian Wulff im dritten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit der Stimmen gewählt wurde. "Das war ein deutliches Signal am Ende eines eigentlich unnötigen Vorlaufs. Für die Zukunft müssen die Diskussionsprozesse im Vorfeld von Entscheidungen intensiver gestaltet werden". Wulff, so zeigte sich Michelbach überzeugt, werde ein guter Bundespräsident sein. "Er ist nicht beschädigt".
ots
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