30.06.2010, 20:30 Uhr
HIMMELKRON. Ärger in der Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe.
Weil ein Lehrer die zentral gestellten Prüfungsfragen umformulierte, müssen 36 Schüler diese Arbeit ihrer Abschlussprüfung noch einmal schreiben.
Ans Wohl der Schüler gedacht
Mathias Hartmann, Abteilungsdirektor für Jugend und Schule bei der Diakonie Neuendettelsau, die Träger der Himmelkroner Schule ist, spricht von einer „unschönen Sache“,
die hier vorgefallen ist. Ein Lehrer hatte bei der schriftlichen Prüfung im Fach Psychologie, Pädagogik und Heilerziehungspflege die Fragen, die das Kultusministerium zentral stellt,
umformuliert, um den Schülern die Antwort zu erleichtern. Sein Kollege, der dem Prüfungsausschuss außerdem angehörte, duldete dies.
Hartmann ist sicher, dass dies in guter Absicht geschah. Der Lehrplan lasse den Lehrern viel Gestaltungsspielraum, die Fragen werden dennoch zentral gestellt. Womöglich haben die Lehrer
gesehen, dass das, was sie unterrichtet hatten, nicht ganz mit dem Fragenkomplex zusammen passte, und wollten über die Formulierung der Frage die Beantwortung erleichtern, so Hartmann. Dass
dies unzulässig sei, wurde nicht bedacht.
Schulleiter zieht Reißleine
Der Schulleiter entdeckte den Fehler: Als er die Arbeiten durchsah, bemerkte er die umformulierte Frage – und zog die Reißleine. Er habe sofort die Schulaufsicht informiert. In
Absprache mit dem Kultusministerium wurde dann festgelegt, dass die Prüfung wiederholt werden muss. Am 12. Juli müssen die insgesamt 36 Abschlussschüler noch einmal zur
Prüfung in diesem Fach antreten.
Auch wenn es unangenehm sei, Schulleitung und Diakonie mussten reagieren. Im Zweifelsfall wäre die Prüfung anfechtbar gewesen, erklärt Hartmann.
Verantwortliche Lehrkraft suspendiert
Die Lehrer, die dies zu verantworten haben, beide erfahrene Lehrer, wie Hartmann betont – wurden aus dem Prüfungsausschuss ausgeschlossen, der Lehrer, der die Frage umformuliert hat, wurde zudem suspendiert. Das bleibt er, bis geklärt ist, mit welchen Konsequenzen auch die Schule zu rechnen hat.
Denn im schlechtesten Fall könnte der Himmelkroner Fachschule die staatliche Anerkennung aberkannt werden. Hartmann: „Wir erwarten das nicht, hoffen es auch nicht“, aber da es rein theoretisch so kommen könne, bleibt der betroffene Lehrer suspendiert, bis diese Frage geklärt ist.
Sollte die Schule mit solch drastischen Konsequenzen konfrontiert werden, müsse man dienstrechtlich gegen den Lehrer vorgehen, kündigte Hartmann an.
Die Fragen der Wiederholungsprüfung am 12. Juli werden wieder zentral gestellt.
us
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