24.06.2010, 17:18 Uhr
SPEICHERSDORF. Die Leidenschaft für alles, was mit Zügen zu tun hat, wurde ihm scheinbar in die Wiege gelegt. „Meine erste Lok hab ich erst mit sieben bekommen, doch ich war schon als Kleinkind ganz verrückt auf die Bahn“, erzählt Hermann Rumsauer, der Vater der größten und originalgetreuesten Modellbahn weit und breit. „La Statione“ heißt die Anlage und sie feiert am ersten Juli-Wochenende ihren zehnten Geburtstag.
Auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern will „La Statione“ die Entwicklung der Eisenbahn in Deutschland im Modell H0 (Maßstab 1:87) zeigen – von Beginn des 20.
Jahrhunderts bis heute. Bislang kann der Besucher vier der insgesamt fünf Eisenbahn-Epochen (Baubeginn für die letzte, die Epoche1, ist im Herbst 2010) auf drei getrennten Anlagen
bewundern. Das epochengerechte Umfeld, eine stilistisch passende Bebauung und die zeitgerecht-typische Signalisierung ist den Betreibern ebenso wichtig wie ein dem Original entsprechender
Fahrbetrieb und stimmige Zugkompositionen. Die richtige Lokbespannung werde ebenso beachtet wie die Länge der einzelnen Züge. „Das ist alles originalgetreu bei uns. Es fahren
14-teilige ICE 1 oder Intercitys mit elf bis 13 Wagen“, sagt Rumsauer. Lediglich bei den Güterzügen müsse man technisch bedingt Kompromisse eingehen, doch auch hier seien
Einheiten mit bis zu 100 Achsen unterwegs.
Die einzigartige Steuerungstechnik sorge für einen perfekten Zugbetrieb sowohl beim Bremsen und Anfahren als auch bei der Steuerung sämtlicher Signale. Der Aufenthalt im Bahnhof und die
gegenseitige Zugsicherung der rund 90 Züge allein in den Epochen 4 und 5 werde durch das durchentwickelte und absolut betriebssichere Elektroniksystem erst möglich, schildert
Rumsauer.
Folgende Epochen sind oder werden demnächst in „La Statione“ zu sehen sein: Epoche 1: Länderbahn bis 1925, Epoche 2: Reichsbahn 1925 bis 1947, Epoche 3: Bundesbahn 1947 bis
1977, Epochen 4 und 5: Moderne Bahn ab 1977.
Am Wochenende 3., 4. Juli, lädt „La Statione“ zur Feier des zehnjährigen Bestehens ein. Die Modellbahnanlage ist dann jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet und jeder
Besucher bekommt als kleines Dankeschön eine Kaffeetasse mit - wie könnte es anders sein – einem Eisenbahnmotiv. Am Freitag vorher wird bei einer kleinen Feierstunde mit Landrat
Hermann Hübner und Bürgermeister Manfred Porsch die Chorgemeinschaft St. Georg aus Pressath einen erzählerischen und musikalischen Rückblick auf 175 Jahre Eisenbahn geben.
Foto: Fürst
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