23.06.2010, 23:20 Uhr
Von Dirk Feustel
BAYREUTH. Die Deutsche Mannschaft hat das Achtelfinale erreicht! Mit einem knappen 1:0 schlug sie nicht nur Ghana im sogenannten "Endspiel" ums Überstehen der Gruppenphase, sondern setzte sich auch noch an die Spitze der Gruppe D. Im Achtelfinale treffen die Deutschen am Sonntag nun auf England. Der Kurier hat Reporter-Legende Günther Koch zum bisherigen Abschneiden der Deutschen befragt. Sein Urteil: "Wir kommen mindestens ins Halbfinale."

KURIER: Herr Koch, Ihre Bilanz zum bisherigen Abschneiden der Deutschen Mannschaft bitte!
Günther Koch: Wie ich erwartet hatte, war die Gruppenphase schwieriger, als die meisten dachten. Mir war klar, dass das kein Selbstläufer wird. Der hohe Sieg gegen Australien war etwas trügerisch, die Niederlage gegen Serbien hilfreich.
KURIER: Was waren denn nun die bisherigen Stärken und was die Schwächen der Deutschen?
Günther Koch: Gut finde ich: Deutschland hat eine überraschend große Auswahl an guten, nachrückenden Spielern wie Toni Kroos oder Kießling. Auch gut: das spielerische Element der Mannschaft. Deutschland spielt wieder und kämpft nicht nur! Was mich beeindruckt hat, war die Weltklasse-Schusshaltung beim 1:0 von Özil gegen Ghana. Auch den Mut, in dieser Situation abzuziehen, muss man haben. Der erfordert aber ein gesundes Maß an Selbstvertrauen. Und das haben die Spieler des Teams. Weniger gut war, dass hin und wieder die Abstimmung in der Defensive fehlte, gegen Ghana zum Beispiel zwischen Neuer und Mertesacker. Hin und wieder hatte auch Neuer Schwierigkeiten bei hohen Bällen und Ecken. Das sollte abgestellt werden!
KURIER: Jetzt geht es gegen England! Was sagen Sie dazu?
Günther Koch: Das ist doch das schönste, was passieren kann! Die Engländer werden stöhnen: "Oh, it's Germany again!" Uns dagegen kommt das Spiel gerade recht! Ich sage: Deutschland wird England schlagen, weil Löws Team spielerisch besser ist und kämpferisch in jedem Falle mithalten kann.
(Günther Koch ist u.a. Deutschland-Korrespondent für die englische BBC; Anm. d. Red.)
KURIER: Wie weit kommt Deutschland bei der WM in Südafrika?
Günther Koch: Mindestens ins Halbfinale!
KURIER: Wer sind Ihre Favoriten?
Günther Koch: Brasilien, Spanien, Portugal und Deutschland.
KURIER: Und zuletzt: nach knapp 14 Tagen WM in Südafrika, wie beurteilen Sie bisher das Turnier?
Günther Koch: Für mich ist wirklich entscheidend, was durch die WM für Südafrika herauskommt. Das ist für mich sogar wichtiger, als die Antwort auf die Frage, wer Weltmeister wird. Denn die WM wird gehen. Aber was wird bleiben? Ob am Ende durch die WM etwas gegen die noch immer weit verbreitete Armut und die Not getan werden kann? Ich habe da Zweifel. Aber auch Hoffnung!
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| zurück | weiter |
![]() |
Fichtelberg: Kristallbad zerstört, Brandursache gesucht 14.05.2012 zum Video |
![]() |
Nach dem Großbrand im Kristallbad Fichtelberg 13.05.2012 zum Video |
![]() |
Adieu Michael Hohl 25.04.2012 zum Video |
![]() |
Prominenz beim 4. Bayreuther Ökonomiekongress 10.05.2012 zum Video |
![]() |
BBL-Beirat und Uni-Prof: Herbert Woratschek im Porträt 27.04.2012 zum Video |
Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?