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20.06.2010, 16:30 Uhr

 

HIV-Infizierter Harald Fassanelli beißt Menschen beim CSD

BERLIN/BAYREUTH. Eine Meldung am Rande des "Christopher Street Day", der am Samstag in Berlin stattfand, schlägt hohe Wellen. Der mittlerweile in Berlin wohnende Bayreuther Harald Fassanelli soll nach Angaben der Berliner Polizei mit einer Biss-Attacke zwei Menschen verletzt haben. Das hoch-brisante daran: Fassanelli ist wie auch sein Partner Carlos HIV-Infiziert.

 

Mehrere Medien berichteten von dem Zwischenfall. Sowohl die online-Ausgabe der Berliner Morgenpost als auch der ARD-Sender Radio Berlin Brandenburg (RBB) gaben an, dass es zu einem Ausraster des Ex-Big Brother Kandidaten Fassanelli kam, in dessen Folge er zwei Menschen gebissen hat. Die Berliner Polizei bestätigte auf Nachfrage von Kurier-online den Vorfall. Demnach hat ein 43-jähriger Bayreuther am Samstagabend gegen 18.30 Uhr zwei Leute gebissen: Ein 36-jähriger und ein 27-jähriger Mann erlitten dadurch leichte Verletzungen am Finger. Beide wurden zu der Tat befragt und gaben an, sich nicht im Krankenhaus behandelt lassen zu haben.

Nach weiteren Angaben der Polizei, die den Namen des Täters nicht preisgab, handelt es sich aber nach Kurier-online-Recherche um Harald Fassanelli, den älteren der beiden Partner. Die Polizei bestätigte inzwischen, dass der 43-jährige nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuss gesetzt wurde. Allerdings wird gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eröffnet.

HIV-Infektionsgefahr besteht

Dies erscheint auch äußerts angebracht. Denn da der 43-jährige Harald Fassanelli nach eigenen Angaben HIV-Infiziert ist, besteht natürlich die Gefahr einer Übertragung der lebensbedrohlichen Immunschwächekrankeit an seine beiden Opfer. So sagt Dr. Hubert Scheuerlein, Oberarzt an der Uni-Klinik Jena: "Eine Übertragung auf andere ist über diesen Weg grundsätzlich natürlich möglich, da es bei einem solchen Biss mit sich daraus ergebenden Verletzungen zum Austausch von Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel Blut untereinander kommen kann." Wie hoch allerdings die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung ist, darauf wollte sich Scheuerlein aus Mangel an konkreten Kenntnissen der jeweiligen Verletzungen nicht festlegen . Jedenfalls, so der Oberarzt, kann man in gar keinem Falle von einer sicheren Übertragung ausgehen. Im Gegenteil. Das wird auch deutlich, wenn man sich vor Augen führt, was die Aids-Hilfe Mainz sagt: "

HIV ist schwer übertragbar. Zu einer Übertragung kann es nur dann kommen, wenn eine genügend ausreichende Menge infektiöser Körperflüssigkeit in den Körper oder auf die Schleimhäute gelangt.

Die Menge einer "ausreichend" großen Menge ist nicht zählbar, da die Konzentration der Anzahl der Viren in den Körperflüssigkeiten unterschiedlich hoch ist und variiert. Die Infektiösität ist abhängig von der Menge der Viren in der jeweiligen Körperflüssigkeit. Blut und Sperma gelten als Körperflüssigkeiten mit einer hohen Infektiösität, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch als Körperflüssigkeiten mit einer mittleren Infektiösität. Andere Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit weisen eine derart geringe Infektiösität auf, dass es zu keiner Ansteckung kommen kann. Das gilt auch für Kot und Urin, sofern keine Beimengungen von Blut oder Blutbestandteilen enthalten sind. Infektiös sind auch Flüssigkeiten in Gelenken, Nerven und Hirn. Hier sind aber Übertragungen z.B. durch Operationen derart selten, dass diese Flüssigkeiten im Hinblick auf HIV-Übertragungswege vernachlässigt werden können.

Auch innerhalb der infektiösen Körperflüssigkeiten schwankt die Infektiösität: hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen: z.B. in welchem Stadium der Erkrankung sich der Infizierte befindet (in den ersten sechs Monaten ist die Viruslast extrem hoch), ob eine medikamentöse Behandlung stattfindet und diese erfolgreich ist (dann sind die Viren im Blut nicht mehr nachweisbar- können aber im Sperma oder in der Scheidenflüssigkeit sein)."   

Dennoch mindert dies das Verhalten Fassanellis in keinster Weise. Über seine Motivation machte er beim polizeilichen Verhör keinerlei Angaben. Mehrere Versuche des Kurier, Harald Fassanelli perönlich zu erreichen, blieben bisher erfolglos.




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