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10.05.2010, 12:18 Uhr

 

Blick auf das Semesterprogramm des Hochschulsports – Neues Angebot: Budo und Kobudo

Von Lisa Rogge

BAYREUTH. Unter „Budo und Kobudo“ können sich wohl nur die wenigsten etwas vorstellen. Und welche japanische Philosophie hinter dieser Sportart steckt, wissen wahrscheinlich nur eingefleischte Kampfsportler. Für Studenten der Uni Bayreuth ist Budo und Kobudo nur ein Kurs aus dem umfassenden Sportangebot. Auch ansonsten stehen nicht nur Hockey, Basketball und Tennis auf dem Programm

 

Angriff und Verteidigung: Immer montags treffen sich die Teilnehmer des Kampfsport-Kurses Budo und Kobudo. Doch auch wer es ruhiger angehen lassen will, findet beim Hochschulsport das passende Angebot. Foto: Harbach
Für acht Euro pro Semester stehen den Studenten mehr als 40 verschiedene Sportarten zur Auswahl. Da bietet sich die Gelegenheit, auch einmal in außergewöhnliche Sportarten hineinzuschnuppern, so zum Beispiel in den Kurs „Budo und Kobudo“. Dahinter verbergen sich japanische Kampfkünste, die im sechsten Jahrhundert als Kriegskunst von den Samurai-Kämpfern entwickelt worden sind. „Die Krieger mussten sich natürlich auch dann verteidigen können, wenn ihnen ihr Schwert im Kampf verloren ging“, erklärt Eduard Buzila den Ursprung dieser Sportart. Er hat im Alter von fünf Jahren angefangen die Kampfkunst in einem Sportverein zu lernen. Nun will er seine Kenntnisse als Trainer im Hochschulsport an andere Studenten weitergeben und bietet den Kurs in diesem Sommersemester zum ersten Mal an.

Da unter Budo und Kobudo mehrere Kampfkünste zusammengefasst werden, sollen in diesem Kurs zunächst nur die grundlegenden Prinzipien und Techniken vermittelt werden. „Wie steht man richtig? Wie können die Kräfte des Gegners umgelenkt werden, ohne dass er verletzt wird? Alleine das zu erlernen, dauert sehr lange“, sagt Buzila. Dennoch plant er am Ende des Semesters in dem Kurs auch mit Waffen zu kämpfen, zum Beispiel mit dem Tonfa oder der Kama. Das waren früher verschiedene Teile einer Sichel und sie sehen aus wie die heutigen Schlagstöcke der Polizei.

Ohne Waffen bleiben die Teilnehmer des Kurses Qi Gong. Hierbei steht die Arbeit am Chi, also des Energieflusses, im Vordergrund. Durch eine Mischung aus Bewegung, Dehnen und Meditation soll das innere Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Jeden Mittwoch versuchen 20 bis 30 Studenten und Mitarbeiter, sich in diesem Kurs zu entspannen und neue Kraft zu tanken. „Wir bieten den Kurs bewusst in der Mittagszeit an. Bei uns sollen die Teilnehmer eine halbe Stunde von ihrem Alltag abschalten und danach erfrischt weiterarbeiten können“, sagt der Trainer Dr. Ronald Schönheiter.

Zu seinem Kurs kommen auch viele Bedienstete der Uni und andere, die nicht mehr studieren. Der Hochschulsport ist zwar in erster Linie für Studenten gedacht, Angestellte der Uni dürfen aber ebenso teilnehmen. Sie zahlen eine Semestergebühr von 13 Euro, dann steht ihnen jeder Kurs offen. Auch Mitglieder des Universitätsvereins können an dem Sportangebot teilnehmen. In diesem Verein können Absolventen der Uni Bayreuth für einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 30 Euro eintreten und dann an allen Tanz-, Entspannungs- oder Ausdauersportarten der Uni teilnehmen.

Tanzende Kämpfer

Eine Kombination aus Kampf, Akrobatik und Musik ist Capoeira. Hier kämpfen die Teilnehmer allerdings nicht so lange, bis einer verloren hat. Auch Waffen kommen bei Capoeira nicht zum Einsatz. Stattdessen soll durch bestimmte Tanzelemente dem Angriff des Gegners ausgewichen werden. Entstanden ist diese Form in Brasilien, als sich die Sklaven gegen ihre Sklavenhalter wehren wollten. „Ebenso wie wir in unserem Kurs hatten auch die Sklaven keine Waffen. Sie mussten daher durch akrobatische Elemente wie Radschlag oder Drehungen ausweichen“, erklärt Sportökonomie-Student und Capoeira-Trainer Martin Aegerter. Das tanzende und kämpfende Paar wird dann von den anderen Kursteilnehmern mit Musik angefeuert. Dafür spielen sie auf Handtrommeln und Berimbaus, einer Art Pfeil und Bogen zum Musizieren, und singen portugiesische Lieder.



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