08.05.2010, 16:00 Uhr
Von Elmar Schatz
BAYREUTH. Die Schulnoten abzuschaffen und durch eine schriftliche Leistungsbewertung nach Stärken und Schwächen zu ersetzen, fordern Bayerns Jungsozialisten, der Kleine SPD-Parteitag am Samstag in Bayreuth folgte dem Begehren aber nicht. Nur 18 der 84 Delegierten votierten in der Einzelabstimmung über den Juso-Antrag dafür, die Noten zu ersetzen.
Einstimmig verabschiedet wurde der Leitantrag des Landesvorstandes, der eine neue Gemeinschaftsschule mit den Klassen 1 bis 10 als Regelschule zum Ziel hat. Darauf aufbauend soll in drei Jahren
die Hochschulreife erreicht oder eine moderne berufliche Ausbildung absolviert werden können. Dazu bedürfe es einer großen Bildungsreform in Bayern.
Das Grundanliegen der Jusos, Druck von Eltern und Schülern zu nehmen, sei im Leitantrag bereits berücksichtigt, so SPD-Landeschef Florian Pronold und SPD-Landtagsfraktionschef Markus
Rinderspacher. SPD-Bildungsexperte Hans-Ulrich Pfaffmann hatte zuvor gewarnt, die Abschaffung der Noten in einem Parteitagsbeschluss zu verlangen. Die Sozialdemokraten würden damit nicht
mehr ernst genommen. Der Leitantrag sieht vor, die Stärken der Schüler ergänzend zum Notenbild zu beschreiben.
Jeder dritte Schüler nimmt Nachhilfe und jährlich verlassen allein in Bayern rund 9000 Mädchen und Jungen die Schule ohne Abschluss, sagte die bayerische SPD-Generalsekretärin
Natascha Kohnen vor dem Parteitag. Der Unterricht müsse den Schülern angepasst werden - nicht umgekehrt.
Foto: Harbach
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