22.04.2010, 16:50 Uhr
Von Christian Martens
BAYREUTH. Einen Tag nach dem im Kurier erschienenen Interview mit Unipräsident Professor Rüdiger Bormann haben die Bayreuther Studenten gekontert.
Wesentlicher Streitpunkt ist: Die Mehrheit der Studenten will, dass die Studiengebühren im nächsten Wintersemester von 500 auf 300 Euro gesenkt werden. Dies lehnt der Unipräsident
ab und sagte im Kurier-Gespräch Anfang dieser Woche: „Ich habe bisher wenig sachlich fundierte Argumente für eine Reduzierung gehört. Ich halte diese Forderung zu diesem
Zeitpunkt für nicht zielführend.“ Der fehlende Betrag von 200 Euro pro Student würde die Studien- und Lehrbedingungen an der Uni Bayreuth verschlechtern, da die Differenz
nicht vom Ministerium ausgeglichen würde.
Dazu schreibt das Studierendparlament nach der Sitzung am Dienstagabend: „Die Aussagen zu einer möglichen Absenkung der Studienbeiträge zeigen uns, dass es offensichtlich einige
Kommunikationsschwierigkeiten gab, die wir so nicht erwartet hatten.“ Ein Ausgleich durch den Freistaat sei aus Sicht der Studenten keine zwingende Voraussetzung für eine
Beitragssenkung. Wichtigstes Ziel sei die finanzielle Entlastung der Studenten.
Folgen nicht absehbar
„Die Forderung, die Studienbeiträge abzusenken, basiert auf der Einschätzung, dass eine sehr gute Lehre auch mit Beiträgen in Höhe von 300 Euro gewährleistet werden
könnte“, so die Studentenvertreter. Natürlich sei nicht mehr alles bezahlbar, aber eine abschließende Einschätzung über die Folgen einer Absenkung sei weder dem
Präsidenten noch den Studenten möglich, „da die angestrebte Transparenz mitnichten gegeben ist“.
„Durchaus sachlich fundiert“ sei der Wunsch einer Entlastung für die Kommilitonen, die arbeiten müssten, um die Studienbeiträge finanzieren zu können. Zudem gehe
es um Abiturienten, die von 500 Euro Gebühr pro Semester von einem Studium abgehalten würden. Den Hinweis des Präsidenten, an der Abstimmung über die Höhe der
Studienbeiträge habe sich nur ein Viertel der Studenten beteiligt, findet die absolute Mehrheit im StuPa ihrerseits „nicht für zielführend“, wie es in der Mitteilung
heißt.
Erstaunen im StuPa
Nach eigenen Worten mit Erstaunen und verwundert haben die StuPa-Mitglieder die Aussagen des Unipräsidenten zur Zufriedenheit der Studenten in Bezug auf die Bachelor- und
Masterstudiengänge im Kurier gelesen. „Die Wahrnehmung der Fachschaften und des Studierendenparlaments ist hier eine andere.“ Bormann hatte im Zusammenhang mit dem Streik im
Winter gesagt: „Ich habe den Eindruck, dass die Proteste nur von einer geringen Zahl inhaltlich voll geteilt werden. Die meisten fühlen sich wohl und empfinden das Studium als eine
positive Herausforderung.“
Das Studierendenparlament wehrt sich gegen die Einschätzung Bormanns, der Bildungsstreik sei eine Reaktion auf die Unterfinanzierung der Hochschulen gewesen. Sondern: „Dies war ein
Punkt von vielen. Im Mittelpunkt aber standen die Unzufriedenheit mit der Umsetzung der Bologna-Reform und die Ablehnung der Studienbeiträge.“
Nach den Beratungen in den Kommissionen wird der Senat der Hochschule frühestens im Juni über die künftige Höhe der Studiengebühren an der Uni Bayreuth entscheiden. Das
Gesetz gibt einen Spielraum zwischen 300 und 500 Euro vor. Die StuPa-Stellungnahme endet mit der Zuversicht, „dass die Präsidialkommission Studienbeiträge und der Senat unserer
Argumentation folgen und die Studienbeiträge im kommenden Wintersemester gesenkt werden können“.
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