15.04.2010, 17:17 Uhr
BAYREUTH. Viele nannten sie „die deutsche Callas“: Wunderbare Stimme, großartige Bühnenpräsenz – Anja Silja brachte alles mit, was ein Opernstar für eine Weltkarriere braucht. Am Samstag feiert der Sängerstar 70. Geburtstag.
Anja Silja blickt auf fast sechs Jahrzehnte Karriere zurück. Sie war gerade erst mal 20 Jahre alt als sie in Bayreuth debütierte und dieser Auftritt wird wohl für immer mit dem
Begriff „Skandal“ verbunden bleiben. Denn damals lernte sie den Regisseur Wieland Wagner kennen, mit dem sie für die deutschen Verhältnisse der 1950er Jahre ein turbulentes
Liebes- und Arbeitsbeziehung begann. Er habe an sie geglaubt und ihr all die Rollen gegeben, die man man gewöhnlich erst später singt, sagte sie später im Interview. Mit dem
tragischen Unfalltod Wieland Wagners aber riss auch das Verhältnis zu Bayreuth ab. „Niemand kann mich mehr dahinbringen“, sagte sie. Sie habe Wieland, nicht Richard Wagner
geliebt. Auch vom Wagner-Fach zog sie sich zurück.
Bei den Bayreuther Festspielen sang Silja in den Jahren 1960 bis 1967 unter anderem diese Partien: Senta („Holländer“), Elsa („Lohengrin“), Eva
(„Meistersinger“), Venus („Tannhäuser“) und Freia („Rheingold“). red
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