10.04.2010, 12:00 Uhr
Von Anja-Maria Meister
KULMBACH. 2,7 Millionen Euro will das Bundesernährungsministerium in das Internationale Kompetenzzentrum für Ministeriums hervor, das unserer Zeitung vorliegt. 200 000 Euro sollen demnach in technische Ausstattung Fleischqualität am Kulmbacher Max-Rubner-Institut (MRI) stecken. Das geht aus einem Konzept-Papier des fließen, 2,5 Millionen in die personelle.
Bisher wurden Qualitätsmerkmale in der Fleischindustrie zum Beispiel am Muskelfleischanteil festgemacht. Doch sein Anteil an Inhaltsstoffen, die für eine gesunde Ernährung wichtig
sind, wurde bisher nicht beachtet. Obwohl genau dieses Merkmal für die Verbraucher immer wichtiger wird. Nur ein Beispiel, weshalb laut Ministerium „wissenschaftliche Grundlagen,
Methoden und Techniken zur objektiven quantitativen Messung der inneren Qualität“ von Fleisch entwickelt werden müssen, „die auch in der Praxis wirtschaftlich eingesetzt
werden können“.
Und das in Kulmbach: „Das MRI in Kulmbach ist technisch bestens ausgestattet und besitzt die wissenschaftlichen Voraussetzungen für das Zentrum“, heißt es in dem Konzept aus
dem Hause von Ilse Aigner (CSU). Schließlich ist es wissenschaftlich anspruchsvoll, entsprechende Standards für die europäische Fleischproduktion festzulegen. Biochemische Prozesse
müssen dazu analysiert, Verfahren zu deren Messung entwickelt werden. Das soll künftig Aufgabe des MRI in Kulmbach sein, damit einheitliche Qualitätskriterien festgelegt werden
können. Es sollen hoch spezialisierte Analysemethoden wie Nah-Infrarot-Spektroskopie oder elektronische Sensortechniken zum Einsatz kommen, um Schnellmethoden der Qualitätsbestimmung zu
entwickeln. Auch sollen die Forscher Nachhaltigkeitskriterien in der Fleischgewinnung und -verarbeitung entwickeln, „als Basis einer ganzheitlichen Qualitätsdefinition“, wie es
heißt.
Internationale Symposien
Darüber hinaus soll Kulmbach nationale und internationale Wirkung entfalten: Das MRI soll laut Papier des Ministeriums auf dem Feld der Fleischqualität internationale Symposien
organisieren. Außerdem sollen die Kulmbacher Forscher nicht nur Inhalte für Aus- und Fortbildung von Überwachungspersonal im Fleischbereich entwickeln, sondern sie auch in Kulmbach
unterrichten. Das Ministerium will offenbar die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern und den Nachbarstaaten unter dem Dach des MRI vorantreiben.
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