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08.04.2010, 09:00 Uhr

 

Topfit am Arbeitsplatz – auch in der Zukunft

Von Felix Reichstein

BAYREUTH. In der Firmenbilanz ist die betriebliche Gesundheitsförderung in erster Linie ein Kostenfaktor, der wohl kalkuliert sein will. Doch viele Bayreuther Unternehmen sehen mehr als nur nackte Zahlen. Die Chefs blicken voraus: denn die Gesundheit der Mitarbeiter nicht zu fördern kostet noch mehr – in der Zukunft.

 

Foto: dpa

Die Krisenzeit bedeutet zusätzliche Arbeitsbelastung, Demografie und Fachkräftemangel erschweren die Suche nach neuen Mitarbeitern. Immer mehr Menschen suchen den Rat von Fitnessstudios, Heilpraktikern und Ernährungsberatern – investieren dort viel Zeit und Geld. Diesen Trend nehmen nun auch viele Unternehmen auf und unterstützen das gesundheitliche Engagement von Mitarbeitern.

Aus gutem Grund: neben hohen Kosten, die Krankheiten verursachen, führt jeder Ausfall zu Engpässen – besonders in Zeiten knapper Personalressourcen. So hat der Stromanbieter E.ON-Netz im März seinen Mitarbeitern in Bayreuth einen kostenlosen Gesundheitscheck angeboten. Und das Interesse war groß: insgesamt 120 Beschäftigte machten nach Unternehmensangaben mit. Analysiert wurden Kraft, Koordination, Blutdruck, Puls, Bauchumfang und Body Maß Index, wie Sprecher Martin Groll mitteilte. Ziel der dreitägigen Aktion sei gewesen, dass „die Mitarbeiter für das Thema Fitness und Gesundheit sensibilisiert“ würden. Und dieses Angebot sei nur eines von vielen rund um die betriebliche Gesundheitsvorsorge gewesen, so Groll.

Gesund durch Rückenschule

Der Stromanbieter ist mit seiner Kampagne nicht alleine. Auch die Firma Medi, einer der größten Arbeitgeber in Bayreuth, hat Gesundheitstipps für seine Mitarbeiter. „Wir wollen die Arbeitsbelastung mindern und die Gesundheit der Mitarbeiter fördern. Deshalb führen wir jedes Jahr einen Gesundheitszirkel durch, der von einer Betriebsärztin und einem Physiotherapeuten betreut wird“, sagt Personalreferentin Kathrin Lenhart zum Kurier. Durch eine Befragung wolle man zudem herausfinden, „wie wir die Arbeitsbedingungen verbessern können“ – das Ergebnis werde dann auch umgesetzt, soweit es die Kosten zuließen, sagt Lenhart. Gut genutzt werde vor allem die Rückenschule, also Übungen zur Verminderung oder Vorbeugung bei Rückenschmerzen. Und der Physiotherapeut gibt auch Ratschläge abseits der Trainingsmatte. In der Produktion und Näherei komme laut Lenhart dann schon mal der Hinweis: „Du hebst falsch!“

Fit sein und auch bleiben sollen natürlich auch die Mitarbeiter des Klinikums. „Der Arbeitgeber fühlt sich verpflichtet Maßnahmen zur Gesundheitsförderung anzubieten. Mit dem Ziel präventiv Unfälle und Krankheiten der Mitarbeiter zu vermeiden“, sagt Klinikum-Sprecherin Christiane Fräbel. Bestimmte Berufsgruppen müssten sich von den Betriebsärzten untersuchen lassen, so schreibt es der Gesetzgeber vor. Doch das Klinikum biete das allen Mitarbeitern an. Und zusätzlich gebe es freiwillige Angebote wie die Rückenschule und Qigong, eine chinesische Meditations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Und so zahlt sich der Kostenfaktor eines Tages wohl aus – in der Zukunft.




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