07.04.2010, 11:50 Uhr
Von Andreas Gewinner
OCHSENKOPF. Während sich die Fremdenverkehrszahlen rund um den Ochsenkopf im Jahr 2009 unterm Strich quer bewegten, ist für den Januar ein kleines Plus zu verzeichnen.
Rückblick auf das Wetter 2009 am Ochsenkopf, das immer noch starken Einfluss auf die Tourismuszahlen hat: Auf einen Bombenwinter, der bis Ende März unvermindert anhielt, folgte ein
traumhafter Frühling und dann ein durchwachsener Sommer mit viel Regen. Und der erste Schnee bereits im Oktober.
Damit ist auch die Kurve beschrieben, die die Entwicklung der Übernachtungszahlen in Bischofsgrün, Fichtelberg, Mehlmeisel und Warmensteinach nachzeichnet: Nach einer guten Entwicklung
bis in den Sommer hinein kam im Oktober der Rückgang. „Der Oktober spielt als Wandermonat bei uns eine große Rolle“, weiß Andreas Munder, Geschäftsführer der
Tourismus- und Marketing-Ochsenkopf-GmbH (TMO). Und als Mitte Oktober schon auch im Flachland Schnee fiel, hagelte es Stornierungen und Absagen.
Für das gesamte Fichtelgebirge brachte das Jahr 2009 1,8 Prozent weniger Urlauber und ein Minus von 3,9 Prozent bei den Übernachtungen. (Zum Vergleich die Fränkische Schweiz: 1,6
Prozent weniger Urlauber, 0,6 Prozent weniger Übernachtungen.)
Das Statistische Landesamt erhebt die Tourismusdaten monatlich, aber nur für Betriebe mit neun und mehr Betten, für die eine Meldepflicht an das Landesamt besteht. Einmal im Jahr werden
auch Zahlen inklusive der kleineren Betriebe ausgewiesen, die im Hohen Fichtelgebirge nach wie vor einen hohen Anteil an der Bettenkapazität haben.
Auf dieser Grundlage ergeben sich für die vier Ochsenkopfgemeinden folgende Zahlen für 2009:
Bischofsgrün: 5,3 Prozent weniger Gäste; 0,5 Prozent weniger Übernachtungen.
Fichtelberg: 6,9 Prozent mehr Gäste; 3,2 Prozent mehr Übernachtungen.
Mehlmeisel: 12,2 Prozent weniger Gäste; 12,8 Prozent weniger Übernachtungen
Warmensteinach: 4,4 Prozent weniger Gäste; 6,4 Prozent weniger Übernachtungen.
Bad Berneck: 5,3 Prozent mehr Gäste; 10,7 Prozent weniger Übernachtungen.
Auch wenn die Zahlen vom Statistischen Landesamt die einzigen (amtlichen) Zahlen sind, werden sie immer mal wieder in Frage gestellt. Tatsächlich können sie die Wirklichkeit nur bedingt
abbilden. Denn die Behörde arbeitet zum Beispiel auch mit Schätzungen auf der Basis zurückliegender Jahre, wenn Daten – zum Beispiel mangels Meldung durch die Wirte –
fehlen und der Stichtag für die Statistikerstellung näherrückt. So hält Andreas Munder beispielsweise den deutlichen Rückgang in Mehlmeisel aufgrund seiner eigenen
Einblicke für nicht nachvollziehbar. Die Mehlmeisler Zahlen sind in der Masse vor allem durch die beiden Campingplätze geprägt.
Aufwärts ging es dagegen im Fichtelgebirge im vergangenen Januar – gleichwohl blieb auch diesmal wieder das Fichtelgebirge hinter der Fränkischen Schweiz (Zahlen in Klammern)
zurück: 1,8 (1,5) Prozent mehr Gäste, 3,4 (7,4) Prozent mehr Übernachtungen. In Bischofsgrün schlägt im Januar ein kleines Plus, in Fichtelberg ein kleines Minus zu
Buche. Aus dem Rahmen fällt das deutliche Plus an Übernachtungen in Warmensteinach, nämlich 21 Prozent. Ein Zuwachs, der indes fast ausschließlich in Fleckl zu Buche
schlug.
Insgesamt sind die relativ guten Zahlen im Hohen Fichtelgebirge im Januar als gut bis sehr gut zu bewerten, war der Vergleichsmonat Januar 2009 doch geprägt durch einen Bilderbuchwinter ohne
die arktischen Temperaturen, die dieses Jahr der Januar brachte.
Fulminant indes sind die Januarzahlen aus Bad Berneck: Gästezahlen wie Übernachtungen haben sich gegenüber Januar 2009 mehr als verdoppelt!
Tourismus: die absoluten Zahlen
Ochsenkopf. Anders als die Prozentzahlen geben die absoluten Zahlen für 2009 (große und kleine Betriebe zusammen) Auskunft über die Gewichtsverteilung der vier
Ochsenkopfkommunen:
Bischofsgrün: 28 975 Gäste, 182 739 Übernachtungen.
Fichtelberg: 18 799 Gäste, 70 458 Übernachtungen
Mehlmeisel: 2972 Gäste, 9837 Übernachtungen.
Warmensteinach: 16 949 Gäste, 82 049 Übernachtungen.
INFO Am 28. April, 19.30 Uhr, findet im Bischofsgrüner Kurhaus der diesjährige Abend des Tourismus insbesondere für die Vermieter und Gastwirte der vier Ochsenkopfgemeinden
statt.
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