SELB. Bis zur Wende gehörten die Grenzland-Filmtage in Selb zu der verschwindend kleinen Gruppe an Festivals, die Filme aus den damaligen Ostblockstaaten zeigten. Den Anspruch haben die Festival-Macher gehalten, auch wenn das Team mehrfach gewechselt hat in den vergangenen 33 Jahren. Ab nächstem Donnerstag stehen aber nicht nur Spielfilme aus Polen, Russland und Bulgarien auf dem Programmzettel. Auch aus der Schweiz, Holland und Deutschland sind spannende, neue Filme vertreten.
So viele Einsendungen wie noch nie gingen während des vergangenen Jahres bei den Organisatoren der Grenzland-Filmtag ein – 165 Filme waren es. Rund 50 Spiel- , Dokumentar-, Kurz- und
Kinderfilme werden von Donnerstag bis Sonntag, 8. bis 11. April, im Kino-Center in Selb zu sehen sein. Dazu kommen die besten Filme aus Partnerfestivals in Polen und Ungarn.
Das Selber Filmfest war bis zur Wende Brückenkopf für ungezählte renommierte Filmemacher aus den Ostblockstaaten. Nach der Grenzöffnung aber schwand seine Anziehungskraft.
„Die bekannten Filmemacher wandten sich damals größeren Filmfestivals wie in Berlin, Mannheim oder München zu“, sagt Sabine Könner, die zusammen mit Dagmar Franke
und einem engagierten Team die Grenzland-Filmtage organisiert. Die Regisseure hätten sich damals Festivals gesucht, bei denen sie Preisgeld gewinnen konnten.
Trotz gutem Programm seien die Filmtage in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend untergegangen, bedauert Könner. 2008 aber unternahm ein neues Team einen Neuanfang. Mit konsequenterer
Außenwerbung und der Verankerung der Filmtage in der Region wollen sie wieder verstärkt auf sich aufmerksam machen. In Kooperation mit der Fachschule für Produktionsdesign fand ein
Plakatwettbewerb statt. In der Kategorie „Heimatfilm“ läuft am Sonntag, 11. April, um 14 Uhr ein Fußball-Film über die Israelreise des FC Bayern Hof im Jahr 1969. Als
erste deutsche Fußballmannschaft nach dem zweiten Weltkrieg reisten die Hofer damals nach Israel.
Felix Fuchssteiners Film „Draußen am See“ wird das Festival am Donnerstag um 19 Uhr eröffnen. Der Film des jungen deutschen Regisseurs hatte auf dem Münchner Filmfest
Premiere und wurde zweifach ausgezeichnet. Spannend dürfte auch der Kurzfilm „It.Alien“ des schweizer Filmemachers Clemens Klopfenstein sein, der zum zweiten Mal nach Selb reist.
Ebenfalls aus der Schweiz kommt Patricia Plattner, die ihren neusten Film „Bazar“ mitbringt, der am Freitag um 19.45 Uhr gezeigt wird.
Auf die Besonderheit von Selb angesprochen, sagt die Organisatorin: „Die Grenzland-Filmtage sind ein Festival der Begegnung, mit Flair, Intimität und spannenden Filmen, die sonst nur in
Großstädten laufen.“
www.grenzlandfilmtage-selb.de
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv. Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich bei der Community registrieren und einloggen.
Facebook hat in den vergangenen Tagen mit der zukünftigen Pflicht der "Chronik"-Funktion auf sich aufmerksam gemacht. Regen Sie sich drüber auf und werden ihr Konto löschen oder halten Sie dem blauen Riesen die Treue?