WAISCHENFELD. Die Hauptschule Waischenfeld und somit auch den Schulverband Waischenfeld-Ahorntal wird es spätestens ab nächstem Jahr nicht mehr geben. Dies ist die ernüchternde Erkenntnis nach einem Elterninformationsabend, zu dem mehr als 100 Eltern aus Waischenfeld und dem Ahorntal in die Volksschule Waischenfeld gekommen waren.
Foto: Weichert
Da die Schülerzahlen in den letzten Wochen kontinuierlich wegen Übertrittsanträgen in weiterführende Schulen an der Hauptschule Waischenfeld eingebrochen waren, wird es ab dem
kommenden Schuljahr voraussichtlich nur noch eine letzte neunte Klasse mit etwa 15 Schülern geben.
Ursprünglich war die Veranstaltung als Informationsabend für einen geplanten Mittelschulverband zwischen Gößweinstein, Pottenstein und Waischenfeld geplant. „Dazu wird es
aber nun sicher nicht kommen“, erklärte Rektor Norbert Tkotz zu Beginn der Veranstaltung, denn „alle Überlegungen sind in den letzten Wochen zum Tode verurteilt
worden“.
Mit schuld: Übertrittsverhalten
Nicht nur der demografische Wandel, sondern vor allem das Übertrittsverhalten habe eine tiefe Wunde gerissen, so Tkotz. Alleine von den beiden bisherigen vierten Klassen würden aus
Waischenfeld höchstens vier Schüler für eine fünfte Hauptschulklasse übrigbleiben. Von der Klasse 4 a mit 17 Schülern gehen elf Kinder ans Gymnasium und fünf an
die Realschule. Von der 4 b gehen zwei Kinder ans Gymnasium, fünf an die Realschule und sechs an die Gesamtschule Hollfeld. Von der Grundschule Ahorntal kämen höchstens vier Kinder
hinzu. Mit sieben bis acht Kindern könne in Waischenfeld keine fünfte Klasse mehr gebildet werden. Auch in den Klassen sechs bis acht wird die Mindeststärke von 15 Schülern bei
weitem nicht mehr erreicht (der KURIER berichtete). „Damit bleibt wahrscheinlich nur noch eine neunte Klasse übrig, die dann die letzte hier sein wird“, sagte Tkotz, der von einer
traurigen Situation sprach.
Für den Bürgermeister Edmund Pirkelmann kommt nun auch eine Kooperation mit Pottenstein nicht mehr infrage, „weil Pottenstein mit Gößweinstein selbst nicht mehr so stark
ist, dass sie auf Dauer einen M-Zweig anbieten können“. Er wird daher dem Stadtrat am 30. März vorschlagen, dass Waischenfeld spätestens ab 2011 dem Schulsprengel der
Hauptschule Ebermannstadt zugeschlagen werden soll.
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