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19.03.2010, 18:10 Uhr

 

Steuerparadies lockte

Von Peter Engelbrecht

HOLLFELD/WAISCHENFELD. Nein, auf einer Steuersünder-CD stand Georg Grasser nie. Doch die aktuelle Diskussion um reiche Steuerhinterzieher weckt ungute Erinnerungen bei dem 59-jährigen Hollfelder.

 

Georg Grasser zeigt seinen Kontoauszug von der DG-Bank Luxembourg, bei der er Geld angelegt hatte. Foto: Lammel

Mitte der 90er Jahre blinkten bei dem einen oder anderen Menschen in der Fränkischen Schweiz die sprichwörtlichen Dollar-Zeichen in den Augen, als sie von doppelt so hohen Zinssätzen in Luxemburg im Vergleich zu heimischen Gefilden hörten. Das war bei Grasser, einem selbstständigen Gerüstbauer, auch nicht anders. Und so transferierte er auf Anraten und über die Raiffeisenbank Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß immer wieder größere Summen zur DG Bank Luxembourg; einer Auslandstochter, zu der auch die Raiffeisenbanken gehörten. Am 25. Februar 1997 flossen die insgesamt 189 000 Mark wieder zurück nach Hollfeld. Alles schien in Ordnung.

Steuerfahnder bekommen Wind

Doch irgendwie bekamen Steuerfahnder, die 1997/98 bundesweit flächendeckend Volks- und Raiffeisenbanken durchsuchten, von dem Deal Wind. Und davon, dass die Zinserträge nicht wie gesetzlich vorgeschrieben, in Deutschland versteuert worden waren. Grasser erhielt von der Staatsanwaltschaft Hof einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung von 4000 Mark, den er anstandslos bezahlte. Zudem musste er einige tausend Mark an Zinserträgen nachversteuern.

Noch heute macht der Steuersünder die heimische Raiffeisenbank dafür zumindest mitverantwortlich. „Die Bank wies auf die Steuerpflicht nicht hin“, erinnerte sich der jetzige Rentner, „es hieß, das machen wir über unsere luxemburgische Tochterfirma.“ „Das ging alles auf Empfehlung von Bankchef Edmund Pirkelmann“, lautet der Vorwurf. Dieser hatte von 1985 bis 1998 den Posten inne und wurde dann zum Waischenfelder Bürgermeister gewählt.

Pirkelmann wies die Vorwürfe auf Anfrage unserer Zeitung zurück: „Jeder, der sein Geld nach Luxemburg transferiert hat, wurde auf die Steuerpflicht hingewiesen.“ Diese Form der Geldanlage sei nur Kunden empfohlen worden, die ausdrücklich danach gefragt hätten.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie im KURIER.




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