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11.03.2010, 17:50 Uhr

 

Münchens Straßen immer weiblicher

MÜNCHEN. Die Landeshauptstadt hat in den vergangenen fünf Jahren 44 Straßen und Plätze nach Frauen benannt.

 

Diese beiden haben es geschafft: Immer mehr Straßen und Plätze werden in München nach Frauen benannt. Foto: dpa
Die Gleichberechtigung auf Münchens Straßen kommt voran: Die Landeshauptstadt hat in den vergangenen fünf Jahren immerhin 44 Straßen und Plätze nach Frauen benannt, wie das Kommunalreferat am Donnerstag mitteilte. Als Namenspatroninnen dienten Künstlerinnen, Politikerinnen, Ordensschwestern und Wissenschaftlerinnen.

Allerdings funktioniert die Gleichstellung auf den Straßenschildern noch immer nicht ganz problemlos. "Die Praxis der vergangenen zwei Jahre zeigt aber, dass eine verstärkte Benennung von öffentlichen Verkehrsflächen nach Frauen eine sehr schwierige Aufgabe geblieben ist", beklagte das Kommunalreferat. Seit Anfang 2008 seien sechs Straßen nach männlichen Persönlichkeiten benannt worden - gegenüber fünf Straßen mit weiblichen Namensgebern.

Sentastraße nach dem "Fliegenden Holländer"

Im vergangenen Jahr hätten dabei nur zwei Straßen nach Frauen benannt werden können: In Haidhausen sei eine neue Straße nach der Münchner Ordensschwester Josefa Maria Imma Mack benannt worden und im Stadtteil Bogenhausen gebe es nun - angelehnt an eine Figur aus Richard Wagners Oper "Der fliegende Holländer" - eine Sentastraße.

Das Problem: Frauen schaffen es vor allem in jüngerer Zeit in prominente Positionen, Straßen dürfen aber nur nach verstorbenen Personen benannt werden. Besonderes Hick-Hack gab es um die Umbenennung der Meiserstraße in Katharina-von-Bora-Straße, die wegen umstrittener antisemitischer Äußerungen des evangelischen Landesbischofs Hans Meiser Anfang 2008 beschlossen worden war. Noch immer wartet die Stadt auf das schriftliche Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs - erst dann sollen die neuen Straßenschilder aufgehängt werden.

"Ehrung von Frauen mehr in dern Vordergrund stellen"

Weil Straßennamen meistens noch immer eine reine Männerdomäne sind, hatte der Kommunalausschuss 2004 den wegweisenden Beschluss gefasst, weiblichen Persönlichkeiten bei der Benennung von Straßen nach Möglichkeit Vorrang zu geben. Die Ehrung von Frauen solle damit mehr in den Vordergrund gestellt werden, heiß es.

Alle zwei Jahre berichtet nun das Vermessungsamt dem Kommunalausschuss über entsprechende Fortschritte. Kommunalreferentin Gabriele Friderich versprach ungeachtet alle Schwierigkeiten, sich auch in Zukunft für die Benennung von Straßen und Plätzen nach Frauen einzusetzen.

dpa




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