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11.03.2010, 09:30 Uhr

 

Zwei frühere Manager der IHK-Akademie in Haft

Von Peter Engelbrecht

BAYREUTH. Der frühere Geschäftsführer und der ehemalige Prokurist der IHK-Akademie Oberfranken sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

 

Der ehemalige Geschäftsführer der IHK-Akademie sitzt jetzt in der Justivvollzugsanstalt Bayreuth. Foto: Ritter
Paukenschlag bei der insolventen IHK-Akademie Oberfranken in Bayreuth: Der frühere Geschäftsführer und der ehemalige Prokurist der Akademie sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hof. Sie hatte die Ermittlungen gegen die beiden Manager auf die Straftat Subventionsbetrug ausgeweitet und beziffert den Schaden auf rund vier Millionen Euro, wie ein Sprecher bestätigte. Dabei gehe es um staatliche Subventionen, auf die kein Anspruch bestanden habe, hieß es weiter.

Ausgereicht wurden die Zuschüsse von der Regierung von Oberfranken in Bayreuth entsprechend der Anträge, die von der IHK-Akademie für Weiterbildungsprojekte gestellt wurden. Bisher ging es bei den Ermittlungen der Justiz gegen die beiden Ex-Manager um Insolvenzdelikte, Kreditbetrug und Verstöße gegen handelsrechtliche Vorschriften im Zusammenhang mit dem Erstellen der Bilanzen der IHK-Akademie, die Ende 2007 pleitegegangen war.

Festnahme bei Grenzübertritt

Der Exgeschäftsführer hatte anschließend in der Schweiz einen neuen Arbeitsplatz gefunden und war mit seiner Familie in das Nachbarland gezogen. Am 1. März war er abends beim Grenzübertritt nahe Konstanz überraschend verhaftet worden. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft in der JVA Bayreuth. Die Staatsanwaltschaft sah offenbar eine Fluchtgefahr wegen seines Wohn- und Arbeitsortes Schweiz und ließ deshalb die Handschellen klicken. Das ist insofern überraschend, da der Betroffene häufig am Wochenende mit seiner Familie die Grenze passierte, um in Koblenz Angehörige zu besuchen.

Der Prokurist wurde am folgenden Tag früh zu Hause in seinem Wohnort im Landkreis Bayreuth festgenommen und ist nun in der JVA Hof eingesperrt. Er wechselte nach seinem Fehlschlag in Bayreuth als Geschäftsführer zur IHK-Akademie in Ostbayern nach Regensburg. Dort hieß es gestern, der Betreffende sei „nicht im Hause“, sei „länger nicht da“ und auch per Handy „nicht erreichbar“.

Der ehemalige Geschäftsführer hatte gegenüber unserer Zeitung versichert, er werde sich wegen der Vorwürfe vor Gericht in Hof verantworten. Mit Hilfe seines Anwaltes hatte er in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Stellungnahmen zu den Vorwürfen abgegeben „und so dazu beigetragen, das Verfahren bald abzuschließen“, berichteten Angehörige. Er hatte behauptet, das prominent besetzte Aufsichtsgremium habe über die Vorgänge in der IHK-Akademie Bescheid gewusst und diese auch abgesegnet.

Weitere Ermittlungen gegen andere Personen

Im Zuge der Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Hof Anfang 2008 die IHK in Bayreuth und andere Räumlichkeiten durchsuchen lassen. Offenbar laufen noch weitere Ermittlungen gegen andere Personen im IHK-Umfeld. Die Staatsanwaltschaft wollte dazu nichts sagen. Wann die Hauptverhandlung stattfinden wird, konnte das Landgericht Hof nicht mitteilen. Nach bisheriger Erfahrung wird dies wohl nicht vor dem Sommer sein. Sitzt allerdings jemand in Untersuchungshaft, ist das ein Grund dafür, das Verfahren zu beschleunigen.

Sollte sich die Schadenssumme von vier Millionen Euro bestätigen, ist wohl kaum mit einer Bewährungsstrafe zu rechnen. „Die Festnahmen haben uns überrascht“, sagte der Bayreuther IHK-Hauptgeschäftsführer Hans Trunzer. Zur angeblichen Schadenssumme von vier Millionen Euro wollte Trunzer keine Stellungnahme abgeben.




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UMFRAGE

Nach der Loveparade in Duisburg werden Diskussionen um die Sicherheit auf derartigen Großveranstaltungen laut. Daher wollen wir von Ihnen wissen: Trauen Sie sich noch auf Massenevents oder bleiben Sie lieber zu Hause?

Ein mulmiges Gefühl werde ich sicherlich haben, aber das hält mich nicht vom Feiern ab. Es wird beim nächsten Mal schon nichts passieren.
Ich gehe davon aus, dass die Sicherheit bei zukünftigen Events stärker geprüft wird. Daher habe ich keine Bedenken, Großveranstaltungen zu besuchen.
Ich bleibe lieber zu Hause. Die Ereignisse haben mal wieder klar gemacht, dass die Sicherheit der Besucher nicht an erster Stelle steht.
Schon vor dieser Tragödie habe ich keine Großveranstaltungen besucht. Ein gewisses Risiko lässt sich nie ausschließen.
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