09.03.2010, 17:30 Uhr
ROM/REGENSBURG. Für ein Porträt von Papst Benedikt XVI. hat der Leipziger Maler Michael Triegel (41) in Rom zwei Minuten lang mit dem Pontifex gesprochen.
„Ach Sie sind mein Rafael?“, sagte er zu mir – da war ich sprachlos“, berichtete der Künstler am Dienstag nach seiner Rückkehr aus Italien. Der konfessionslose
Triegel porträtiert den Papst im Auftrag des Regensburger Papst-Institutes. Er ist Vertreter der „Neuen Leipziger Schule“ und hat sich auf Malerei für die Kirche
spezialisiert. Bei der Audienz in Rom fertigte der Maler Skizzen an.
Nun arbeitet er an einem etwa 1,20 Meter hohen Halbfigur-Porträt – mit Händen und Gestik – im altmeisterlichen Stil. „Das, was ich glaube, sagen zu wollen, das kann
ich in der altmeisterlichen Technik am Besten“, sagte der gebürtige Erfurter. Triegels Schaffen reicht bisher von ikonischen Andachtsbildern bis zu großformatigen Altarbildern. Zu
seiner jetzigen Aufgabe sagte er: „Man malt auf der einen Seite den Menschen, den Joseph Ratzinger. Aber man malt auch ein Amt und 2000 Jahre abendländische Kultur mit.“ In Rom
sei es ihm wichtig gewesen, die Atmosphäre und die Aura des Amtes zu erleben. „Ich wollte auch sehen: Wie sind seine Haare, die Haut, die Hände. Für einen über
80-Jährigen sah er sehr gut aus.“ Ältere Menschen hätten den Vorteil, dass sich das Leben im Gesicht wiederfinde. Das Bild soll im Regensburger Institut aufgehängt
werden.
dpa
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