09.03.2010, 10:20 Uhr
Von Peter Engelbrecht
WEIDENBERG. Die Gründung des Bezirksverbandes Oberfranken der Partei für Franken am Samstag in Lehen hat für positive Reaktionen gesorgt.

Auch erste anderweitige Reaktionen gebe es bereits, berichtete Böswald: In Bad Steben sei er schon darauf angesprochen worden, bei der nächsten Kommunalwahl 2014 eine gemeinsame Liste mit einer anderen Gruppierung zu gründen. Weiterhin seien ihm von wissenschaftlicher Seite Informationen über den Aufbau einer neuen Fachhochschule in Marktredwitz angeboten worden. Die Partei fordert eben diese Einrichtung und sieht ein grenzüberschreitendes Potenzial von rund 3000 Studenten. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Verein Fränkischer Bund kann sich Böswald vorstellen: „Wir sind keine Feinde.“
Kein eigenes Bundesland gefordert
Im Gegensatz zum Fränkischen Bund fordert die Partei für Franken kein eigenes Bundesland. Böswald: „Wir sind Bayern und wir bleiben Bayern. Uns gefällt nur die ungleiche Mittelverteilung zwischen dem Norden und dem Süden des Freistaates nicht.“ An eine Rückführung des Bamberger Domschatzes aus München glaubt Böswald im Gegensatz zum Fränkischen Bund nicht.
Die neue Partei, die in Oberfranken aktuell 61 Mitglieder zählt, fordert gleiche Arbeits- und Lebensbedingungen in Nord- und Südbayern und „ein Ende der Benachteiligung Frankens“ durch die Staatsregierung.
„Ich wünsche der neuen Partei Erfolg“, sagte das Landesvorstandsmitglied des Fränkischen Bundes, Joachim Kalb aus Weidenberg. Sein Verein sei überparteilich und hoffe auf Unterstützung aus allen politischen Gruppierungen im Kampf für fränkische Belange, betonte der 62-Jährige. Über eine Parteigründung habe man beim Fränkischen Bund schon seit Bestehen, also seit 20 Jahren, diskutiert, aber dies habe nie eine Mehrheit gefunden.
Kalb hält es durchaus für realistisch, dass die neue Partei bei den Landtags- und Bezirkstagswahlen 2013 fünf Prozent der Stimmen erreichen kann, zumal die CSU derzeit schwächele. „Dafür ist aber noch sehr viel Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Auch das Engagement von einigen bekannten Zugpferden wäre notwendig.“ Der „Fränkische Bund“ zählt nach eigenen Angaben in ganz Franken 550 Mitglieder.
"Partei muss flächendeckend aktiv werden"
Und es gibt noch einen zweiten Verein, der Franken im Namen trägt: Den Frankenbund, ein überparteilicher Kultur- und Geschichtsverein. „Es ist gut, dass sich die Partei gegründet hat“, meinte Helmut Wunder (62) aus Waischenfeld, der Vorsitzender des Frankenbundes Bayreuth ist. Wunder findet das Programm der neuen Gruppierung insgesamt gut, glaubt allerdings, dass bestimmte Ideen korrekturbedürftig sind. „Wir sind vom Wesen und dem Charakter her Franken und keine Bayern“, meint der Waischenfelder. Zudem müsse die neue Partei noch flächendeckend in Oberfranken aktiv werden: So fehlten im Vorstand Leute aus Bayreuth, Forchheim und Wunsiedel.
Die Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen werde vorerst wohl nicht zu schaffen sein, zeigte sich Wunder als Realist. Notwendig seien auch bekannte Persönlichkeiten, um die neue Partei bekannter zu machen. „Es war schon lange notwendig, eine Partei für Franken zu gründen“, betonte Wunder. Und er hebt die Überparteilichkeit des Frankenbundes hervor: „Bei uns gibt es Schwarze und Rote, da fragt man nicht nach dem Parteibuch.“ In Franken zählt der Verein nach eigenen Angaben mehr als 8000 Mitglieder, in Bayreuth sind es mehr als 300.
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