08.03.2010, 13:02 Uhr
PEGNITZ. Die Pegnitzer WortSpiele haben spannende Gäste geladen. Kulturredakteurin Christina Knorz sprach mit der Kulturamtsleiterin.
Jaroslav Rudis wurde vor einigen Jahren zu den 30 wichtigsten tschechischen Persönlichkeiten gewählt. Radka Denemarková hinterfragt in ihrem Land den Umgang mit der deutschen Minderheit. Die vierten Pegnitzer WortSpiele haben sich spannende Gäste eingeladen. Am Dienstag gibt es Kinderfilme, am Donnerstag die viel versprechende Lesung. Kulturredakteurin Christina Knorz sprach vorab mit der Leiterin des Kulturamts, Martina Hofmann.
Frage: Sie haben den Schwerpunkt in diesem Jahr auf Tschechien gelegt, warum?
Hofmann: Pegnitz hat seit 2005 eine Partnerschaft mit der tschechischen Stadt Slany etwas nördlich von Prag. Wir wollten dieses Jahr einmal über den Zaun zu unseren
Nachbarn gucken und uns mit ihrer Kultur beschäftigen, um sie näher kennenzulernen. Auch die Pegnitzer Konzertreihe der Kantorei Bartholomäus hat diesen Schwerpunkt gesetzt.
Zusätzlich bieten wir tschechische Pantomime an.
Frage: Was ist das Highlight der diesjährigen WortSpiele?
Hofmann: Sehr besonders und hochkarätig besetzt ist die Lesung am Donnerstag mit den beiden tschechischen Autoren Radka Denemarková und Jaroslav Rudis. Zwei wirklich
renommierte Schriftsteller der jüngeren Generation. Sie liest aus „Ein herrlicher Flecken Erde“, ein Buch, das sich mit dem Verhältnis zwischen Tschechen und der deutschen
Minderheit nach dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzt. Vor dem Krieg haben Tschechen und Deutsche über die Jahre mal besser mal schlechter zusammengelebt, heißt es im Buch. Nach dem
Krieg aber seien in kürzester Zeit alle Deutschen weg gewesen. Als Staatsfeinde seien sie verjagt worden. Das Buch ist spannend, hoch politisch, mitunter komisch und keine leichte Kost. Das
gibt genügend Zündstoff, um anschießend über das Thema zu reden. Ich finde es sehr mutig, dass sie es geschrieben hat. Sie hat sich in Tschechien sicher nicht nur Freunde
damit gemacht, wurde dafür aber mit dem wichtigsten tschechischen Literaturpreis ausgezeichnet. Jaroslav Rudis wurde 2007 zu den 30 wichtigsten Persönlichkeiten Tschechiens
gewählt. Ein viel versprechender junger Autor, dessen Buch „Grand Hotel“ von gestrandeten Menschen erzählt und der Liebe zu einer Wetterfee.
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