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07.03.2010, 16:04 Uhr

 

Konzept für Kinder-Oper steht

Von Christina Knorz

BAYREUTH. Das Festspielhaus erwacht aus dem Winterschlaf. Die Arbeiter werkeln schon etliche Wochen an dem Bühnenbild für die Neuinszenierung des „Lohengrin“. Jetzt hat auch die erste kreative Nachtsitzung stattgefunden, von denen es diese Spielzeit sicher noch etliche geben wird. Die Köpfe zusammengesteckt hat jetzt das Team der Kinder-Oper über „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“. Am Freitag ging die erste Runde des Kostüm-Wettbewerbs in Berlin über die Bühne.

 

Alexander Busche, Reyna Bruns undTammin Julian Lee. Foto:Lammel

„Den ,Tannhäuser’? Für Kinder?“ Nicht wenig Skepsis schlug Regisseurin Reyna Bruns und Produktionsleiter Alexander Busche entgegen. Der „Fliegende Holländer“ im letzten Jahr sei da wesentlich einfacher zu vermitteln gewesen. Piraten, Schiffe, Seemannslieder – da könne jeder schnell eine kindgerechte Inszenierung assoziieren. Beim „Tannhäuser“ brauche man mehr Fantasie, sagt die Regisseurin, die auch die Textfassung schreibt. Vielleicht lag es daran, dass sich weniger Schulen beworben haben, am Kostüm-Wettbewerb teilzunehmen, als im letzten Jahr.

Ohne Bayreuther Schule

Aus Bayreuth oder der Region wollte anscheinend niemand Kleider entwerfen, die im Sommer dann von den Sängern getragen werden – keine Schule bewarb sich. Die nächsten Wettbewerbsteilnehmer kommen aus Forchheim und Langenzenn, die anderen drei liegen im Bundesgebiet. Dabei hätte man dem Team durchaus vertrauen können, aus dem Stoff etwas Kindgerechtes zu machen. Herausgekommen ist ein Konzept, das die Kinder da abholt, wo sie sind: in der Schule. Denn Tannhäuser ist Schüler eines elitären Musik-Internats und gerät nicht selten mit seinen Mitschülern aneinander, weil er anders ist.

Im Gegensatz zum „Holländer“ wird es keine Erzählerfigur geben. Die Handlung entwickelt sich stringent. Um den Kindern möglichst viel Musik zu präsentieren, sind Sprechtext und Musik mitunter verschränkt. So spielt sich der Prolog beispielsweise während der Ouvertüre ab. In der Musik-Auswahl hat sich Busche auf die Erkennungsmelodien des „Tannhäuser“ konzentriert. Das Preislied erklingt in Teilen ebenso wie der Schluss der Venuswelt, der Auszug der Gäste, die Romerzählung und der Sängerkrieg zwischen Wolfram und Tannhäuser. Das Gebet der Elisabeth allerdings fehlt. Es passte nicht in die Dramaturgie.

„Was wir musikalisch schmerzlich vermissen, wird den Kindern erst mal nicht auffallen“, sagt Tammin Julian Lee. Der musikalische Bearbeiter muss darauf achten, dass die gesetzte Zeit von Eineinviertel Stunden nicht überschritten wird. Schwerer zu hören als der „Holländer“ sei der „Tannhäuser“ allemal. „Aber man kann und muss Kinder auch fordern. Und die Geschichte wird sie auf jeden Fall mitreißen.“

Eine weitere Änderung zum „Holländer“ ist die Anzahl der Beteiligten. Statt 18 Musiker wird es dieses Jahr knapp 30 geben. Der Chor wächst von 13 auf 20 Sänger. Und mit zehn Solisten sind ebenfalls mehr Menschen auf der Bühne unterwegs als 2009.

Die Tickets für die zehn Vorstellungen kann man ab Anfang April auf der Homepage der Bayreuther Festspiele bestellen. Ab Mitte März soll zu lesen sein, wie das funktioniert.




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