05.03.2010, 09:00 Uhr
BAYREUTH. Professor Dr. Martin Huber übernimmt die Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth.
Universitätspräsident Professor Dr. Rüdiger Bormann hieß ihn in Bayreuth willkommen und überreichte Huber jetzt seine Ernennungsurkunde.
Professor Dr. Huber kommt von der FernUniversität Hagen nach Bayreuth – in Hagen hatte er seit Juli 2003 ebenfalls eine Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft inne.
Der 47-jährige Wissenschaftler, Hochschullehrer und Germanist war an der FernUniversität Hagen als Prodekan des Fachbereichs Kultur- und Sozialwissenschaften, dann als Dekan und als
Mitglied des Senats engagiert. Seit 2004 gehört er dem Vorstand des Deutschen Germanistenverbandes an, seit 2007 ist er dessen stellvertretender Vorsitzender.
Seine persönlichen und wissenschaftlichen Wurzeln hat der zweifache Familienvater in Bayern. Der gebürtige Augsburger studierte an der Universität seiner Heimatstadt sowie an der
Ludwig-Maximilians-Universität in München Germanistik und Anglistik für das Lehramt. 1988 nahm er seine Lehrtätigkeit am Institut für Deutsche Philologie der LMU auf, im
gleichen Jahr begann er sein Promotionsstudium. 1991 wurde Huber promoviert, seine Dissertation trug den Titel „Text und Musik. Musikalische Zeichen im narrativen und ideologischen
Funktionszusammenhang ausgewählter Erzähltexte des 20. Jahrhunderts“. Nach Lehre und Forschung im Rahmen der Assistententätigkeit am Institut für Deutsche Philologie der
LMU folgte 1998 Hubers Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Projekt „Der Text als Bühne. Theater in der Literatur um 1800“. Martin Huber wurde 2001
Privat-Dozent am Institut für Deutsche Philologie, bevor er zwei Jahre später nach Hagen wechselte.
Von 2006 bis 2008 hat Professor Dr. Huber als federführender Wissenschaftler einen Sonderforschungsbereich „Das Internet und die Ambivalenz der Wissensgesellschaft“ konzipiert.
An dem geplanten SFB waren sowohl geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer, als auch die angewandte Informatik und die Bildungstechnologie beteiligt. Im Zentrum des Forschungsbereichs
stand die Wechselwirkung zwischen der globalen Verbreitung und Ausdifferenzierung der Internettechnologie und dem Prozess der Ausbildung einer Wissensgesellschaft. Wie verändern sich
individuelle und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse, Wissen und Wissenschaft durch die Nutzung des Internet? Die Beratergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewertete die
Fragestellung und den Forschungsansatz positiv und empfahl den Aufbau einer Forschergruppe. Auf der Basis dieses Konzepts denkt Professor Dr. Huber daran, für die Universität
Bayreuth ein Graduiertenkolleg zu beantragen.
Ein weiteres Ziel, das Huber sich gesteckt hat, ist der Aufbau eines Zentrums für
elektronisches Publizieren in den Geisteswissenschaften an der Universität Bayreuth. „Noch fehlt eine unabhängige und zentrale Anlaufstelle für elektronisches Publizieren und
digitale Informationssysteme in den Geisteswissenschaften“, sagt er. Die Universität Bayreuth könne diese Lücke schließen. Huber hatte im Jahr 2000 eine inzwischen sehr
erfolgreiche E-Zeitschrift mitbegründet und ist Herausgeber von IASLonline. In diesen Funktionen sowie als Beiratsmitglied einer Mailingliste
Germanistik und Mitglied einer Initiativgruppe, die mit Unterstützung der DFG eine virtuelle Fachbibliothek Germanistik aufbaut, liegt ein Schwerpunkt von Professor Dr. Hubers Arbeit im Feld
des elektronischen Publizierens.
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