28.02.2010, 10:00 Uhr
VANCOUVER. Zehntes Gold durch die Eisschnellläuferinnen, Silber für Andre Lange im Viererbob, so die deutsche Bilanz am Samstag.

USA haben die meisten Medaillen
Mit zehnmal Gold, zwölfmal Silber und siebenmal Bronze behauptete das deutsche Team vor den beiden letzten der 86 Entscheidungen in der Länderwertung Rang zwei hinter den Olympia-Gastgebern. Kanada erhöhte durch die Eisschnellläufer, Snowboarder Jasey Jay Anderson und die Curling-Herren sein Gold-Konto auf 13 und fiebert dem Eishockey-Traumfinale am Sonntagabend gegen die USA entgegen. Die meisten Medaillen vor dem Schlusstag sammelten die Amerikaner mit 36.
"Aus unserer Sicht hat die deutsche Mannschaft eine fantastische Leistung abgeliefert", zog Chef de Mission Bernhard Schwank nach 16 Olympia-Tagen zufrieden Bilanz. Vor vier Jahren war das deutsche Team nach elfmal Gold, zwölfmal Silber und sechsmal Bronze auf die gleiche Anzahl an Medaillen gekommen. Die mit zwei Mal Gold dekorierte Magdalena Neuner darf bei der Schlussfeier die deutsche Fahne tragen. "Ich freue mich riesig. Damit habe ich bereits bei meinen ersten Winterspielen alles erreicht, was ich erreichen kann", sagte die Biathletin, erfolgreichste deutsche Athletin in Kanada.
Gold trotz Sturz im Halbfinale für Eisschnellläuferinnen
Mit 2/100 Sekunden Vorsprung gewann das deutsche Eislauf-Trio am Samstag das Finale der Teamverfolgung gegen Japan und trat in die Fußstapfen der Gold-Mannschaft von Turin. Im Halbfinale hatten die Deutschen trotz eines Sturzes von Anni Friesinger-Postma, die auf dem Bauch liegend das Ziel erreichte, auch das US-Team knapp bezwungen. Für die angeschlagene Inzellerin, die ihre insgesamt fünfte Olympia- Medaille gewann, lief dann Mattscherodt. Bronze holten die Polinnen. Das Männer-Rennen gewann Kanada vor den USA und den Niederlanden.
Für Andre Lange erfüllte sich bei seiner letzten Dienstfahrt die Hoffnung auf das fünfte Olympia-Gold nicht. Der Oberhofer fand mit dem großen Schlitten die Ideallinie nicht, vermied im zweiten Lauf nur mit Glück einen Sturz und musste den Olympiasieg im Viererbob dem US-Amerikaner Steven Holcomb überlassen. Bronze errang Lyndon Rush aus Kanada. Thomas Florschütz belegte mit seiner Crew Platz vier, Karl Angerer wurde in einem Rennen mit vielen Stürzen Siebter.
Marit Björgen erfolgreichste Athletin
Polens Skilangläuferin Justyna Kowalczyk hatte am vorletzten Tag der Spiele das erste polnische Gold erobert. Im 30-Kilometer-Klassikrennen setzte sie sich vor Marit Björgen durch und verhinderte damit den vierten Olympiasieg der Norwegerin bei diesen Spielen. Mit dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze wurde Björgen dennoch zur erfolgreichsten Athletin in Vancouver.
Drei Olympiasiege feierte nach ihrem Erfolg über 1000 Meter auch die chinesische Shorttrackerin Wang Meng. Als Fünfter über 500 Meter verbuchte Tyson Heung das bisher beste Olympia-Resultat für die deutschen Kurvenflitzer überhaupt.
Neureuther nach Torfehler raus
Weniger glanzvoll verlief der zweite Olympia-Start von Felix Neureuther, der nach einem Torfehler im ersten Lauf des Slaloms ausschied. Das erste Alpin-Gold für Italien seit Alberto Tomba 1992 gewann Alberto Razzoli. Silber ging an den Kroaten Ivica Kostelic vor Andre Myhrer aus Schweden. Auf den Rängen vier und fünf blieben die Österreicher erstmals bei Olympia ohne Alpin-Medaille bei den Herren.
|
Platzierungen |
Gold |
Silber |
Bronze |
||
|
1 |
Kanada |
13 |
7 |
5 |
|
|
2 |
Deutschland |
10 |
12 |
7 |
|
|
3 |
USA |
9 |
14 |
13 |
|
|
4 |
Norwegen |
8 |
8 |
6 |
|
|
5 |
Südkorea |
6 |
6 |
2 |
|
Die Entscheidungen am Sonntag
18.30 Uhr: Langlauf, Männer, 50 km Massenstart (klassisch)
21:15 Uhr: Eishockey, Männer, Finale USA - Kanada
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