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27.02.2010, 16:00 Uhr

 

Gefahr einer Ölpest an Adria noch nicht gebannt

ROM. Nach dem Sabotageakt in einer norditalienischen Raffinerie ist die Gefahr einer Ölpest an der Adria noch nicht gebannt.

 

Grafik: dpa

Zwar treibt eine kilometerlange giftige und stinkende Ölspur weiter auf dem Fluss Po der Küste zu. Die Behörden zeigten sich am Samstag aber zuversichtlich, dass es Feuerwehr und Zivilschutz gelingt, mit neuen Barrieren eine Ölpest an der Adria noch rechtzeitig zu verhindern. "Ich bin davon überzeugt, dass nicht ein Tropfen Öl das Meer erreicht", lobte Italiens Zivilschutzchef Guido Bertolaso die Arbeit der Helfer. Aus einer stillgelegten Raffinerie bei Monza waren am Dienstag durch einen unaufgeklärten Sabotageakt Millionen Liter Heizöl und Diesel ausgelaufen. Der von Monza aus an Mailand vorbei in den Po fließende Lambro wurde stark verseucht. Hunderte von Enten und anderen Vögeln erlagen dort der Ölpest. Feuerwehr und Zivilschutz sind rund um die Uhr im Einsatz, um den Ölteppich mit Barrieren abzufangen und abzusaugen.

Damit wollen sie verhindern, dass der Ölstreifen das Po-Delta und damit die Adria erreicht. Eine der Sperren konnte in der Nacht zum Samstag wegen starker Strömung aber nicht rechtzeitig aufgebaut werden, berichtete der "Corriere della Sera". Zwischen Ferrara und dem Po-Delta sollen jetzt zwei weitere Barrieren das Öl stoppen. Sie werden bei Guarda Venata und bei Serravalle installiert. "Auf dem Fluss schwimmen pechschwarze Fladen, der Gestank ist unerträglich. Wer hat gesagt, dass die schwarze Flut gebremst ist?", zitierte die Zeitung "Il Messaggero" dagegen einen geschädigten Fischer. Wie viel Öl trotz der Barrieren auf dem Po treibt, ist nicht bekannt, Berichte sprechen von einer "im Kern zwei Kilometer langen Spur". Die italienische Marine schickt zwei Spezialschiffe zum Delta, die im Ernstfall giftige Masse beseitigen sollen. Die Umweltbehörden sind zuversichtlich, dass sich die Auswirkungen der Ölspur, sollte sie im Delta ankommen, in Grenzen halten werden. Tierschützer machen sich Sorgen um die Hunderten von Vogelarten in dem riesigen Feuchtgebiet, Fischer bangen um die besonders empfindlichen Muschelarten im Delta.

dpa




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