23.02.2010, 16:35 Uhr
Von Manfred Scherer
UNTERSTEINACH. Nach der Kollision mit einem Pkw ist ein Fußgänger am Montagabend an seinen lebensgefährlichen Verletzungen gestorben.
Der Fußgänger, der am Montagabend zwischen Untersteinach und Kauerndorf im Landkreis Kulmbach angefahren und tödlich verletzt wurde, ist ein 40-Jähriger aus Bayreuth. Der Grund, warum er bei Dunkelheit auf der Bundesstraße marschierte, ist möglicherweise der Umstand, dass er dreieinhalb Stunden zuvor als Schwarzfahrer im Zug Bayreuth–Lichtenfels erwischt worden war.
Wie Polizeisprecher Willi Wehner auf Anfrage dieser Zeitung erklärte, saß der 40-Jährige am Nachmittag im Regionalexpress von Bayreuth nach Lichtenfels. Dort forderte ihn ein Zugbegleiter gegen 15 Uhr auf, seine Fahrkarte vorzuzeigen – der Bayreuther hatte keine.
Todesopfer im falschen Zug
Dass die Polizei die Hintergründe des zunächst rätselhaften Todesfalles so schnell erhellen konnte, liegt daran, dass der Zugbegleiter Amtshilfe von einem Polizisten des Bayreuther Einsatzzuges bekam, der nach seinem Dienst ebenfalls im Zug saß. Laut Polizeisprecher Wehner gab der 40-Jährige bei der Fahrkartenkontrolle an, er sei ohnehin in den falschen Zug eingestiegen und wolle zurück. Der Mann einigte sich mit dem Schaffner, in Neuenmarkt auszusteigen. Polizeisprecher Wehner: „Dann verliert sich die Spur.“
Der 40-Jährige tauchte erst um 18.25 Uhr wieder auf: Als dunkler Umriss im Scheinwerferlicht eines Opel Corsa, mit dem ein 68-jähriger Mann aus dem Landkreis Kulmbach auf der Bundesstraße 289 von Untersteinach in Richtung Kauerndorf fuhr. Der Autofahrer konnte dem Fußgänger nicht mehr ausweichen, sein Fahrzeug erfasste den 40-Jährigen, dessen Identität zunächst ungeklärt blieb.
Fahrer war nüchtern
Obwohl der Fußgänger noch ins Kulmbacher Klinikum eingeliefert worden war, starb er an den Folgen seiner Verletzungen. Die Ermittlungen ergaben, dass der Autofahrer nüchtern war und dass der dunkel gekleidete Fußgänger bei Dunkelheit am rechten Fahrbahnrand lief, von dem Opel also von hinten erfasst wurde. Die Staatsanwaltschaft ordnete an, dass ein Gutachter den Unfallhergang untersuchen soll.
Wohin der Fußgänger marschierte, ist letztlich nicht bekannt: Laut Polizeisprecher Wehner wohnt die Freundin des Mannes in Kulmbach.
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