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06.02.2010, 12:00 Uhr

 

Fastnacht in Franken: Für Seehofer ist Sex nicht alles

Von Ralph Bauer

VEITSHÖCHHEIM. Seinen großen Auftritt hatte Horst Seehofer am Freitagabend, als die Kameras schon abgeschaltet waren. Nach über drei Stunden Livesendung "Fastnacht in Franken" des Bayerischen Rundfunks betrat der Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende die Bühne, um sich kurz nach 22.30 Uhr bei den Mitwirkenden für die Vorstellung zu bedanken.

 

Die Altneihauser Feierwehrkapell\'n: Die geladene Prominenz musste sich auf der Prunksitzung auf derbe Sprüche, Spott und Hohn einstellen. Foto: dpa
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Die Altneihauser Feierwehrkapell\'n: Die geladene Prominenz musste sich auf der Prunksitzung auf derbe Sprüche, Spott und Hohn einstellen. Foto: dpa
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Foto: dpa
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (M) posiert am Freitag in Veitshöchheim bei Würzburg bei der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes "Fastnacht in Franken" mit dem bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder (l) und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein. Minister Söder hat sich als "Herr der Ringe"- Zauberer Gandalf und Beckstein als Luther verkleidet. Seehofer hingegen trägt Smoking mit roter Fliege. Foto: dpa
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Er habe in den vergangenen Monaten viele, viele Kilo abgenommen, aber die Fastnacht in Veitshöchheim habe um viele Kilo zugenommen. "Das war heute Weltspitze." Dann bewies der Regierungschef in Anspielung auf sein uneheliches Kind große Selbstironie: "Alle waren gut, aber den Schlager 'Sex ist im Leben nicht alles' werde ich jeden Tag singen."

Nachdem sich das Gelächter in den Mainfrankensälen gelegt hatte, verlangte der bestens gelaunte Seehofer nach dem Interpreten des Liedes, Michl Müller, um dann gemeinsam mit ihm eine Zugabe auf der Bühne zu geben. Hinterher zeigte sich der Kabarettist überrascht, dass der unkostümierte Seehofer seinem als Martin Luther verkleideten Vorgänger Günther Beckstein doch noch die Schau gestohlen hatte: "Ich war richtig erstaunt, wie er plötzlich aus sich herausgegangen ist."

Dabei bekam Seehofer schon sehr viel Spott ab, speziell rund um das Landesbank-Desaster. Die Altneihauser Feierwehrkapell'n etwa reimte: "Hypo Alpe Adria, vier Milliarden nix mehr da. Keiner weiß, wie es geschah, kann passieren, tralala."

Volker Heißmann und Martin Rassau als Polizisten wunderten sich, dass nach einem Jahr wieder einmal derselbe Ministerpräsident nach Veitshöchheim gekommen war und schlugen vor, er solle wenigstens mit seinem Umweltminister Markus Söder (CSU), der als Zauberer Gandalf erschienen war, den Platz tauschen. Und Oliver Tissot nahm die Garderobe des Regierungschefs aufs Korn: "Seehofer und die arme Landesbank. Mittlerweile spart er ja, sogar am Kostüm."

Der CSU-Chef nahm den Spott locker. Er nehme sich selbst auf den Arm und wolle jeden Tag mit Humor erleben, erklärte er hinterher gegenüber ddp. "Ich mache manchmal Späße über andere, aber ich vertrage selber auch viel und das war heute mit höchstem Niveau", fügte er hinzu.

Sein Minister Söder, den Martin Heißmann und Volker Rassau zum "Sieger im Gehirnfasten" erklärt hatten, nahm es ebenfalls mit Humor, so oft Zielscheibe der Lästereien geworden zu sein. "Wenn man nicht erwähnt wird, ist es viel schlimmer", kommentierte er und schob nach, die Frotzeleien seien "zu brav geworden, fast schon langweilig".

Ihr Fett bekamen auch die bayerischen Sozialdemokraten ab. Michl Müller sah das Rotwild als Förster fast schon vom Aussterben bedroht. Dann lästerte er in Richtung Landeschef Florian Pronold: Nur weil jemand so ähnlich aussehe wie Harry Potter, könne er noch lange nicht zaubern. Gerlinde Heßler, die als Krankenschwester nicht nur das Gesundheitssystem auf die Schippe nahm, kommentierte die Lage bei der bayerischen SPD so: "Wie will man einem Patienten auf die Beine helfen, wenn der Kopf fehlt?"

Über diese und andere Scherze lachte auch Landeschef Florian Pronold in "Star Trek"-Uniform und mit spitzen Ohren herzlich. Hinterher lobte er das "hochintelligente Programm". Zu sehr durch den Kakao gezogen sah er die Genossen nicht: "Es war eine gute Mischung und ich finde, die es am meisten verdient haben - Schwarz-Gelb - haben auch am meisten abgekriegt."

ddp




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