05.02.2010, 09:35 Uhr
BAYREUTH. Bei einem Schlag gegen den Drogenhandel im Raum Bayreuth sind 13 russischstämmige Männer festgenommen worden.
Polizei und Staatsanwaltschaft ist ein entscheidender Schlag gegen den Drogenhandel im Raum Bayreuth gelungen. Ausgangspunkt für die Ermittlungen war die Festnahme eines Kleindealers mit 200 Gramm Haschisch in Bayreuth im Januar 2009. Daraus resultierte zunächst der Verdacht, dass eine Gruppe Russlanddeutscher aus dem Stadtteil St. Georgen einen schwunghaften Handel mit Cannabisprodukten betreibt.
In einer ersten Zugriffswelle konnten laut Polizei im Frühjahr Haftbefehle gegen drei Dealer erwirkt werden, die inzwischen alle - teils bereits rechtskräftig - zu Jugend- bzw. Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Ihnen konnte der Handel mit insgesamt etwa 3,7 Kilogramm Haschisch und Marihuana nachgewiesen werden. Einer der verurteilten Täter war zum Zeitpunkt der Taten erst 17 Jahre alt.
Heroin und Haschisch
Im Zuge dieser Ermittlungen hatten sich Anhaltspunkte ergeben, dass im Umfeld der bereits festgenommenen Personen bereits seit Jahren in großen Mengen Haschisch und Heroin aus dem Raum Siegburg in Nordrhein-Westfalen nach Bayreuth gebracht und dort an Drogenkonsumenten verkauft wurde.
Erst die akribischen Ermittlungen der auf entsprechende Täterstrukturen spezialisierten Beamten der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben (KPI/Z) des Polizeipräsidiums Oberfranken im Auftrag der Bayreuther Staatsanwaltschaft haben das ganze Ausmaß dieses Handels ans Tageslicht gebracht.
Russischstämmige Täter
Seit dem Jahr 2005 waren nicht weniger als 15 Kilogramm Haschisch und 300 Gramm Heroin aus dem Raum Siegburg von russischstämmigen Tätern aus Siegburg und Bayreuth hierher gebracht und an Konsumenten weitergegeben worden.
Zusätzlich setzte die Gruppe auch mindestens 500 Gramm Metamphetamin um. Das Heroin war dabei von ungewöhnlich guter Qualität und hätte für gut 10.000 Konsumeinheiten ausgereicht.
Arbeitslos und dicke Autos
Die Täter, meist Bezieher von Arbeitslosenunterstützung und Liebhaber hochmotorisierter Limousinen, hatten durch allerlei Tricks vergeblich versucht, die Fahnder immer wieder abzuhängen und auf falsche Fährten zu locken. Aufgrund dringenden Tatverdachtes erließ der Ermittlungsrichter schließlich gegen elf weitere Personen Haftbefehle.
Bis jetzt konnten in Bayreuth und Siegburg zehn Tatverdächtige verhaftet werden, sieben davon im Oktober 2009 bei einer konzertierten Aktion mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften. Ein weiterer Tatverdächtiger ist noch flüchtig und wird mit Haftbefehl gesucht. Im Verlauf der Zugriffsmaßnahmen konnten insgesamt rund zwei Kilogramm Haschisch und 100 Gramm Heroin sichergestellt und so vor einer Vermarktung aus dem Verkehr gezogen werden.
Laufende Bewährungen
Gegen drei Personen im Alter zwischen 21 und 29 Jahren, die alle bei Tatausführung unter laufender Bewährung aus früheren Verurteilungen standen, wurde bereits Anklage erhoben. Ihnen droht nun eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Die Ermittlungen gegen die übrigen Tatverdächtigen werden nun von Polizei und Staatsanwaltschaft zügig zum Abschluss gebracht.
Die zu erwartenden Prozesse gegen die Tätergruppe werden die Gerichte wohl noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.
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