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04.02.2010, 10:55 Uhr

 

Drei Herren in einem Raum

Von Alexander Gradl

BAYREUTH. So So Modern haben am Dienstag im Glashaus beeindruckend vorgeführt, was drei Herren in einem Raum alles anstellen können.

 

So So Modern trieben am Dienstag die Kälte aus dem Glashaus. Fotos: Harbach
So So Modern trieben am Dienstag die Kälte aus dem Glashaus. Fotos: Harbach
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„Drei Herren in einem Raum, da kann man wohl schlecht ...“ Was man zu dritt nicht machen kann, darauf hat Clownsmörder Nihil Baxter in „00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter“ bereits eine derbe Antwort gegeben. Was drei Herren in einem Raum alles imstande sind anzustellen, wenn sie sich konstruktiv miteinander beschäftigen, das haben So So Modern am Dienstag im Glashaus beeindruckend vorgeführt.

Namedropping

Das geschrumpfte Soundkollektiv, vor zwei Jahren noch zu fünft in Bayreuth, lässt sich selbst in der klassisch-neuartigen Genredefinition, die Musikjournalisten Woche für Woche fragwürdigere Neologismen schaffen lässt, schwer einordnen. Klar fällt das alles irgendwie unter den in der Vergangenheit zu oft bemühten Begriff Elektro-Punk. Wenn man aber ein paar Namen fallen lässt, die einem beim Anhören in den Sinn kommen, dann wird klar, wie viel mehr in So So Modern steckt.

Angefangen bei der Stimme, die durch geschickte Mikrofonierung unheimlich präsent und doch ganz weit weg klingt: Seit dem Opening-Track „Olio“ von The-Raptures-Album „Echoes“ hat sich selten ein Gesang so smart ins Gedächtnis gebrannt; obwohl manchmal einfach nur Laute produziert werden. Begleitet wird er von einem immerzu tight treibenden Schlagzeug, das sowohl Techno kann, sich per Elektronik selbst als Bass begleitet und mitten in dem 45-minütigen Set auch einfach mal kracht wie nur bei ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead.

Krud und doch eingängig

Synthesizer und unzählige Fußschalter, Feedbackfiepen der Gitarren, alles mischen So So Modern zu einer Einheit, die intelligent ist, Kraft hat, sich wieder zurückzieht, um mit brachialer Gewalt und Energie nach kurzen Ruhepausen immer wieder voll im Publikum anzukommen. Oft poppig klar strukturiert mit deutlichen „Hot- Chip“-Zeichen, damit auch der Letzte checkt, was folgen wird. Andere Male aber verstörend undurchschaubar, fast wie The Mars Volta, nur eben doch eingängiger, weniger krud.


INFO: Das Album „Crude Futures“ erscheint offiziell am 26. Februar.



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