03.02.2010, 11:20 Uhr
BAYREUTH. Die Verwirrung hält an: Während Medien über die Bewerbung des Markgräflichen Opernhauses zur Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste berichten, zeigt sich Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl über die Nicht-Aufnahme enttäuscht.
Die Medien scheinen sich weitgehend einig zu sein. Sowohl sueddeutsche.de als auch br-online und n-tv.de berichten, dass das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth zum Weltkulturerbe erklärt werden soll. Auch KURIER online hat diese Informationen am Dienstag durch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erhalten.
Mittlerweile scheint aber die große Ernüchterung zu folgen. Auch Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl zeigt sich enttäuscht.
Hier die Stellungnahme aus dem Rathaus:
Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, das Markgräfliche Opernhaus für 2010 nicht ins Rennen um den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes zu schicken, stößt im Bayreuther Rathaus auf Überraschung und Unverständnis. "Das ist eine Nachricht, die wir bei aller Vorsicht nicht erwartet haben", so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl in einer Stellungnahme.
Wie bereits berichtet, hat die Konferenz der Kultusminister die alten Buchenwälder Deutschlands als Naturerbe sowie die 1911 von Walter Gropius erbaute Schuhleistenfabrik der Fagus-Werke im niedersächsischen Alfeld für die Aufnahme in die UNESCO-Liste nominiert.
Im Vorfeld der Entscheidung hätten alle Vorzeichen und alle Informationen, die der Stadt vorlagen, dafür gesprochen, dass Bayreuth mit seinem Markgräflichen Opernhaus gesetzt sei. "Wir haben eine klasse Bewerbung und wir haben mit dem Markgräflichen Opernhaus ein architektonisches Kleinod, das es verdient hat, ins Welterbe aufgenommen zu werden", zeigt sich der Oberbürgermeister überzeugt.
Jetzt gelte es auf allen politischen Ebenen Druck aufzubauen, damit Bayreuth im kommenden Jahr punktet. Vor dem Hintergrund einer unverändert schwierigen Konkurrenzsituation mit anderen Bewerbern fordert der Oberbürgermeister von der Bayerischen Staatsregierung volle Unterstützung. "Die Konstellation wird im kommenden Jahr nicht einfacher. Wir brauchen daher die volle Rückendeckung und den vollen Einsatz der Bayerischen Schlösserverwaltung, des Bayerischen Wissenschaftsministeriums, aber auch aller anderen relevanten politischen Ebenen für die Bayreuther Bewerbung", unterstreicht das Stadtoberhaupt.
Die Stadt habe jeden einzelnen Schritt im Bewerbungsverfahren nach Kräften unterstützt und begleitet. Für Bayreuth sei das Thema Weltkulturerbe ein echtes Zukunftsprojekt, dessen Bedeutung für die weitere Stadtentwicklung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. "Vom jetzigen Rückschlag wird sich Bayreuth keinesfalls entmutigen lassen", so Dr. Hohl. Von einem Rückzug der Bewerbung könne keine Rede sein. "Wir wollen den Welterbestatus und wir werden ihn bekommen."
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