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02.02.2010, 22:00 Uhr

 

Welterbe: Verwirrung ums Opernhaus

Von Eric Waha

BAYREUTH/MüNCHEN/BONN. Für das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth scheint der Welterbe-Zug vorerst abgefahren zu sein: Die Kultusministerkonferenz (KMK) in Bonn hat zum Stichtag 1. Februar die Fagus-Werke in Alfeld (Niedersachsen) und die Deutschen Buchenwälder zur Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste für 2011 vorgeschlagen – und nicht, wie erhofft, das Opernhaus.

 

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Nach der ersten Freude in Bayreuth und in München kam die Ernüchterung: eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hatte am Dienstag die Hoffnung genährt, die Bewerbung, die von der Bayerischen Schlösserverwaltung ausgearbeitet und vom Wissenschaftsministerium bei der Kultusministerkonferenz eingereicht worden ist, habe die Hürde genommen – und sei für die Aufnahme in die Welterbe-Liste nominiert.

Nach einem nachrichtlichen Verwirrspiel am Dienstagvormittag zwischen Schlösserverwaltung, Wissenschaftsministerium, der Pressestelle der KMK und dem Korrespondentenbüro der dpa in Paris steht jedoch nach KURIER-Informationen fest: das Opernhaus hat gegen die 1911 von Walter Gropius erbaute Schuhleistenfabrik Fagus-Werke – ein „stilbildendes Kunstwerk“, so die KMK – den Kürzeren gezogen. Darüber hinaus nominierte die KMK, wie der Pressesprecher Andreas Schmitz dem KURIER bestätigte, die Alten Buchenwälder Deutschlands als Naturerbe.

„Wir können nur unsere Überraschung und unser Bedauern ausdrücken“, brachte der Pressesprecher der Schlösserverwaltung, Dr. Jan Björn Potthast, auf KURIER-Anfrage die Gemütslage in München zum Ausdruck. Seit 1998, dem Zeitpunkt der ersten Idee für eine Opernhaus-Bewerbung, bis zum Herbst vergangenen Jahres habe man intensiv an dem Antrag gearbeitet, hinter dem „wir nach wie vor zu 100 Prozent stehen“, so Potthast. „In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde alles, was gesammelt worden war, zusammengetragen. Wir haben alles getan, was möglich ist.“ Man habe auf einen Vorantrag, den man im Herbst zur Prüfung an die Unesco übersandt hatte – der möglicherweise Grund für das Verwirrspiel und die Meldung der dpa war, das Opernhaus sei nominiert – auch „nur positive Signale bekommen“. Man wolle die KMK-Entscheidung jedoch nicht kommentieren und statt dessen weiter daran arbeiten, dass das Opernhaus in den Rang eines Weltkulturerbes aufgenommen werde, so Potthast.

„An der KMK vorbei stellen wir keine Anträge“, sagte die Pressesprecherin des Wissenschaftsministeriums, Christine Scheuerecker, am Dienstagnachmittag auf KURIER-Anfrage. Es habe nur den einen Antrag über die KMK in Richtung Unesco gegeben – und der habe auch weiterhin Bestand, die Bayreuther Bewerbung bleibe auf der so genannten Tentativliste. Man setze sich weiter dafür ein, dass das Opernhaus Welterbe werde. Der Vorantrag im September habe in jedem Fall ergeben, „dass der Antrag komplett ist“. Nachdem die dpa am Nachmittag erneut gemeldet hatte, dass das Opernhaus für die Unesco-Liste nominiert sei, sagte Scheuerecker: „Es gibt nur einen offiziellen Weg – über die KMK.“ Und da sei das Opernhaus für 2011 nicht zum Zug gekommen

Überrascht und enttäuscht gleichzeitig zeigte sich auch der Bayreuther Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, der vom KURIER über die Wendung in der Sache Opernhaus informiert worden war. „Die schlechte Nachricht ist leider richtig“, sagte Hohl, nachdem er sich gegen 16.30 Uhr über den Sachstand Klarheit verschafft hatte. „Unsere Infos waren bis zuletzt, dass die Buchenwälder und wir nominiert werden“, sagte Hohl. „Auch das Ministerium ist überrascht, wir wissen nicht, was genau abgelaufen ist. Die Fagus-Werke waren zwei Plätze hinter uns auf der Liste und haben mit den Sachsen und dem Erzgebirge Platz getauscht, nachdem sie wohl in letzter Sekunde ihre Bewerbung fertig gemacht hatten.“ Und: „Wir holen tief Luft – und arbeiten weiter, dass wir 2011 durchkommen“, so Hohl, der die volle Unterstützung des Ministerpräsidenten und der Abgeordneten forderte.



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