BAYREUTH. In der kommenden Woche zählt die Stimme der Studenten: Bei Vollversammlungen in den Fakultäten sind sie aufgerufen, über eine Senkung der Studienbeiträge und den Bau einer sogenannten Students-Lounge zu entscheiden. Streitpunkt: Die Studenten müssten 600 000 Euro aus Studiengebühren freigeben.
Die Diskussion wird an der Uni Bayreuth nicht das erste Mal geführt: Entspricht es dem ordentlichen Zweck bei der Verwendung von Studiengebühren, Gebäude zu bauen? Die Mittel sollen
ausschließlich zur Verbesserung der Lehr- und Studienbedingungen eingesetzt werden. Für die ausreichende Grundausstattung ist nach wie vor der Freistaat verantwortlich. Nun gibt es auf
Initiative des Studierendenparlaments Pläne zum Bau einer Students-Lounge, einem rund eine Million teuren Neubau. Der Aufenthaltsraum mit großer Terrasse soll als Treffpunkt zum
Arbeiten, Entspannen und für Veranstaltungen dienen. Nächste Woche sind alle Studenten aufgerufen darüber abzustimmen, ob sie eine solche Lounge mit 600 000 Euro aus
Studienbeiträgen unterstützen.
Studenten mit Veto-Recht
Abgesehen von Befreiungen zahlen die Studenten an der Uni Bayreuth mit 500 Euro pro Semester die höchstmöglichen Gebühren. Nur für Erstsemester liegt der Beitrag einmalig bei
300 Euro. Das Geld bleibt an der Uni Bayreuth, bei der Verwendung der Mittel haben die Studenten, das betonte Unipräsident Professor Rüdiger Bormann bereits mehrfach, ein Veto-Recht. Kein
Euro wird gegen ihren mehrheitlichen Willen ausgegeben, so das Versprechen.
Bereits bei der Erweiterung der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, die gerade gebaut wird, stand die Frage im Raum, inwieweit Studienbeiträge für Baumaßnahmen
investiert werden sollen. Damals forderten die Studenten zusätzliche Gruppen- und Arbeitsräume, die das Ministerium als nicht notwendig bei der Planung unberücksichtigt ließ.
Eine Abstimmung der Studenten hatte zum Ergebnis, dass bis zu 600 000 Euro aus Gebühren für einen extra Gebäudeteil zur Verfügung gestellt werden.
Nur 50 Teilnehmer
Nächste Woche stehen die rund 10 000 Studenten der Bayreuther Hochschule vor einer vergleichbaren Entscheidung. Bei einer Vollversammlung, an der nur etwa 50 Studenten im Audimax am
Mittwochabend teilnahmen, hat das Studierendenparlament das Projekt Students-Lounge mit Vor- und Nachteilen präsentiert. Anschließend standen Unipräsident Bormann und Vizekanzlerin
Ricarda Rabenbauer für Fragen bereit. Die gesamten Kosten für die neue Lounge im direkten Anschluss an die Mensa würden fix bei 950 000 Euro liegen. 200 000 Euro sollen aus dem
Haushalt der Uni in das Projekt fließen, 150 000 Euro würden ausschließlich an diesen Zweck gebunden aus dem Wissenschaftsministerium in München kommen und rund zwei Drittel,
600 000 Euro, würde von Studienbeiträgen bezahlt. Das Geld wäre da: Wie Vizekanzlerin Rabenbauer erklärte, handelt es sich um gesparte Studienbeiträge aus den ersten
Semestern nach der Einführung, die bislang nicht ausgegeben wurden.
Damit die Students-Lounge gebaut wird, müssten in der nächsten Woche mehr als 66 Prozent der Wahlbeteiligten dafür stimmen. Sobald ein Drittel dagegen stimmt, wäre dies das Aus
für die Idee.
INFO Neben der Abstimmung über die Students-Lounge wird auch darüber abgestimmt werden, ob die Studienbeiträge an der Uni Bayreuth auf 300 Euro abgesenkt werden sollen. Bei
Vollversammlungen zwischen Montag und Mittwoch werden die Folgen einer Absenkung erläutert.
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