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06.01.2010, 11:00 Uhr

 

Mit der Jagdwaffe ins Amt

Von Melitta Burger

KULMBACH. Sechs Monate hatten die Einwohner des Landkreises Kulmbach Zeit, nicht registrierte Waffen aus ihrem Bestand straffrei entsorgen zu lassen. Bis zum 31. Dezember war die Rückgabe illegaler erlaubnispflichtiger Schusswaffen mit Hilfe einer Amnestie straffrei. Diese Chance haben rund 50 Waffenbesitzer genutzt, wobei sicher auch die verschärfte Strafandrohung eine Rolle gespielt haben dürfte.

 

Sachgebietsleiter Erwin Burger und Michael Thebus vom Landratsamt sind mit der Bilanz mehr als zufrieden. Immerhin rund 50 Waffen, von denen bislang niemand offiziell gewusst hatte, sind jetzt aus dem Verkehr gezogen. Bei etwa der Hälfte handelt es sich um Jagdwaffen, aber auch Waffen aus dem Zweiten und aus dem Ersten Weltkrieg waren darunter. „Eine stammt sogar aus dem Deutsch-Französischen Krieg“, berichtet Thebus und hält einen verrosteten Trommelrevolver aus der Zeit vor 1930 in der Hand, der jahrzehntelang illegal in einem Kulmbacher Haushalt aufbewahrt worden war.

Ob der Revolver noch funktionstüchtig ist, darüber wollen die beiden Waffenexperten des Landratsamts lieber nicht spekulieren. „Manchmal reicht es schon noch zumindest für einen Schuss“, stellt Thebus fest und macht damit deutlich, dass auch eine vermeintliche Antiquität bösen Schaden anrichten kann.

„Früher herrschte die Einstellung, auf jeden Bauernhof gehört auch ein Kleinkalibergewehr“, weiß Burger und erklärt auf diesem Weg, warum immer noch so viele nicht registrierte Waffen im Umlauf waren. Vor Jahrzehnten war der Erwerb scharfer Schusswaffen noch frei für jeden. „Der Großvater hat das irgendwann gekauft und dann finden es die Leute im Stadel oder auf dem Boden. Viele davon haben jetzt die Amnestie wahrgenommen und sich der Waffen entledigt.“

Seit das Waffenrecht verschärft worden ist, haben 300 Besitzer registrierter Einzelwaffen endgültig darauf verzichtet. Meist hatte es sich um geringwertige Kleinkalibergewehre gehandelt, die weniger wert waren als der Waffenschrank, der dafür hätte angeschafft werden müssen, erklärt Burger die hohe Zahl. Ein Waffenschrank kostet mindestens 150 und 200 Euro. „So viel wollten die Leute nicht ausgeben.“



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