Sonntag 01.08.2010, 02:52 Uhr
E-Mail: Passwort:



05.01.2010, 10:00 Uhr

 

Campus-Camper setzen Aktion fort

Von Christian Martens

BAYREUTH. Seit inzwischen 13 Tagen haben die streikenden Studenten der Uni Bayreuth ihre Zelte auf dem Rondell mitten auf dem Campus aufgeschlagen. Die kleine Dreiergruppe denkt sogar über eine freiwillige Verlängerung der ungewöhnlichen Aktion nach – unabhängig von der bereits vor den Weihnachtsferien beschlossenen Wiederbesetzung des Hörsaals H 26.

 

Seit knapp zwei Wochen halten Manuel Hasch, Patrick Fricke und Phillip Thern unter freiem Himmel die Stellung der protestierenden Studenten, die vor den Weihnachtsferien mehrere Wochen den Hörsaal H 26 besetzt hatten. Auf Druck und mit dem Ziel, eine Eskalation zu vermeiden, hatten sie den Hörsaal am 23. Dezember geräumt. Seitdem haben sie ihr Lager auf dem zentralen Platz des Unigeländes eingerichtet. Mit einer Plane und einem Stapel Brennholz haben sie sich direkt neben der brennenden Tonne einen Unterstand gebaut. Dort ruhen sie auf drei mit Decken ausgelegten Holzpaletten aus.

In Deutschland einmalig

„Ob minus fünf Grad oder minus 15 Grad – das macht keinen Unterschied“, sagt Patrick Fricke, der mit der kalten und nassen Witterung kein Problem hat. „Regen wäre schlimmer“, sieht er den zentimeterhohen Schnee und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt gelassen. Den Streik und die damit verbundene Kritik am gesamten Bildungssystem mit der Aktion über die Weihnachtsferien am Leben gehalten zu haben, lohne den Aufwand. Und auch die ermutigenden Reaktionen von Studenten aus anderen Städten bestärken die drei Camper darin, durchzuhalten. In Bayern – und Fricke vermutet in ganz Deutschland – ist die Bayreuther Gruppe die einzige, die auf diese Weise das Protestmotto der brennenden Universitäten umsetzt.

Den Jahreswechsel haben die drei, zusammen mit einigen Kommilitonen, die zwischenzeitlich zu Besuch waren, unter freiem Himmel verbracht. „Wir haben ganz normal gefeiert“, sagen sie. Es wurde getrunken, geböllert und zur Feier des Tages eine Pizza bestellt. „Der Pizzadienst kennt die Adresse bereits“, so der 21-jährige Hasch, der Geoökologie studiert. Mit dem nahenden Ende der Uniferien nehme in den vergangenen Tagen auch die Zahl der Besuche anderer Studenten zu. Allein gelassen fühlt sich die Gruppe nicht, aber natürlich hätten sie sich mehr aktive Unterstützer gewünscht, um ihren Forderungen nach gerechterer Bildung, einer Abschaffung der Studiengebühren und einer Reform der Bachelor- und Masterstudiengänge Nachdruck zu verleihen. Fricke nennt das ungewöhnliche Engagement „eine Politik der kleinen Schritte“.

Bis Mitte Januar sind in Vollversammlungen der einzelnen Fakultäten alle Studenten aufgerufen, über eine Absenkung der Studiengebühren auf zunächst maximal 300 Euro abzustimmen. So lange geht der Protest weiter, „um zu informieren und die Leute aufmerksam zu machen“. Aus gleichem Grund könnten – unabhängig von der geplanten Wiederbesetzung des Hörsaals – die Zelte bis Freitag stehen bleiben.



Artikel posten

Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Shortnews Bookmark bei: Google Bookmark bei: Facebook mit Twitter versenden



Kommentare

Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.


Genussregion Oberfranken
Genussregion Oberfranken
ANZEIGEN-MÄRKTE
1
BAYREUTH.TV
Bayreuth.TV
KURIER-NEWSTICKER
BAYERISCHER RUNDFUNK
Rundschau News
BayernwetterVerkehr in Bayern

Facebook - Twitter - Mobil

 

UMFRAGE

Nach der Loveparade in Duisburg werden Diskussionen um die Sicherheit auf derartigen Großveranstaltungen laut. Daher wollen wir von Ihnen wissen: Trauen Sie sich noch auf Massenevents oder bleiben Sie lieber zu Hause?

Ein mulmiges Gefühl werde ich sicherlich haben, aber das hält mich nicht vom Feiern ab. Es wird beim nächsten Mal schon nichts passieren.
Ich gehe davon aus, dass die Sicherheit bei zukünftigen Events stärker geprüft wird. Daher habe ich keine Bedenken, Großveranstaltungen zu besuchen.
Ich bleibe lieber zu Hause. Die Ereignisse haben mal wieder klar gemacht, dass die Sicherheit der Besucher nicht an erster Stelle steht.
Schon vor dieser Tragödie habe ich keine Großveranstaltungen besucht. Ein gewisses Risiko lässt sich nie ausschließen.
Info
Medienführerschein
1
KINO-NEWS

WEITERE ONLINEPORTALE
Das Internetportal der Stadt Bayreuth Wissenswertes, Informatives und alle Programme der Festspiele
Wohnungen suchen und finden: Ihre regionale Immobiliensuche SONNTAG in FRANKEN
Fränkische Zeitung: Die Wochenzeitung in Oberfranken Kurier Forum
Kinder-Kurier

Die schönsten Kinderbücher

Kinder-Kurier

 
 

zum Seitenanfang
www.bayreuth.de | www.festspiele.de | www.pampaland.de