28.11.2009, 15:47 Uhr
MÜNCHEN. Im Korruptionsskandal bei Siemens gibt es nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" kaum Aussicht auf eine gütliche Einigung mit dem langjährigen Vorstandschef Heinrich von Pierer.
Eine Schadenersatzklage gegen Pierer sei unvermeidbar, heißt es danach aus Kreisen von Beteiligten. Siemens fordert sechs Millionen Euro von Pierer, weil dieser die Geschäfte des Konzerns nicht genau genug kontrolliert habe. Das habe die weltweiten Schmiergeldzahlungen ermöglicht, die inzwischen zu einem Schaden in Milliardenhöhe geführt hätten. Pierer weist das zurück. Alle bisherigen Gespräche über einen Vergleich seien gescheitert, berichtet die Zeitung (Samstag). Keiner der Beteiligten geht den Informationen zufolge davon aus, dass es vor der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch zu einem letzten Einigungsversuch kommt. Auch Aufsichtsratschef Gerhard Cromme wolle nicht mehr auf Pierer zugehen, um ihn zum Einlenken zu bewegen. Das sei aussichtslos, heißt es. Die Mehrzahl der zehn Ex-Vorstandsmitglieder, von denen Siemens Schadenersatz verlangt, habe hingegen eingelenkt. Der Aufsichtsrat hat bereits beschlossen, gegen jene Manager gerichtlich vorzugehen, die nicht spätestens im November nachgeben. Das wolle der Aufsichtsrat am Mittwoch bestätigen. Die sich abzeichnende Klage gegen Pierer solle nicht mehr in diesem Jahr, aber vor der nächsten Aktionärsversammlung von Siemens Ende Januar eingereicht werden.
dpa
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