18.11.2009, 16:01 Uhr
BAYREUTH. Seit Mittwochmittag halten etwa 50 Studierende einen Hörsaal im Gebäude Geisteswissenschaften I der Universität Bayreuth besetzt. Sie beteiligen sich damit an dem bundesweiten Studentenprotest.Die Universitätsleitung duldet laut einer Pressemitteilung der Uni Bayreuth die unbefristete Aktion unter der Voraussetzung, dass sie weiter ohne Zwischenfälle verlaufe.
In einer ersten Reaktion auf die Besetzung des Hörsaals äußerte der Präsident der Universität Bayreuth, Professor Dr. Rüdiger Bormann, generelles Verständnis für die bundesweiten Proteste. Tatsächlich gäben die Studienbedingungen in vielen Bundesländern Anlass zu Kritik. An der Universität Bayreuth werden laut Bormann die Studienbeiträge der Studierenden konsequent in die Verbesserung der Lehre investiert. Daraus entstehe ein strategischer Vorteil gegenüber anderen Universitäten, die keine Beiträge zur Verfügung haben. Sowohl die Betreuung der Studierenden als auch deren Unterstützung sei in Bayreuth von hoher Qualität. Dies werde auch so wahrgenommen – die steigende Studierendenanzahl ist für Bormann der beste Gradmesser dafür.
„Wir werden die Studienbedingungen und die Qualität der Lehre gemeinsam mit den Studierenden weiter verbessern“, so Bormann. „Wir suchen das Gespräch mit den
Studierenden, denn in vielen Fällen kennen nur sie die spezifischen Schwierigkeiten.“ Gelegenheit dazu gibt ein Plenum, zu dem die protestierenden Studenten am Mittwoch ab 18 Uhr in
den Hörsaal 26 einladen. Neben Präsident Bormann werden zahlreiche weitere Professoren der Universität Bayreuth teilnehmen.
Bormann: "Weitere finanzielle Unterstützung von Nöten"
Die Politik habe zwar finanzielle Rahmenbedingungen für steigende Studierendenzahlen gesetzt, so der Universitätspräsident weiter. Gleichwohl seien Personalausstattung und
räumliche Verhältnisse noch nicht hinreichend, um der steigenden Studierendenzahl tatsächlich gerecht zu werden und die Qualität der Lehre auf hohem Niveau zu halten. Faktisch
werde die Universität Bayreuth für den Erfolg, den sie bei Studienanfängern habe, bestraft. Bormann: „Wir brauchen weitere finanzielle Unterstützung von der
Politik.“
Die Organisatoren der Hörsaalbesetzung erklärten, sie hätten bewusst nicht das Audimax besetzt, um den Lehrbetrieb an der Universität nicht über Gebühr zu
beeinträchtigen. In ihrem Aufruf zur Hörsaalbesetzung regen die Organisatoren einen konstruktiven Austausch über die derzeitige Bildungssituation an. Ziel sei es, ein Konzept
für eine weitere Diskussion mit der Hochschulleitung zu entwickeln.
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