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30.10.2009, 14:28 Uhr

 

„Wir leben nicht, wir sterben“: Ein Besuch bei Nissrin Ali

Von Julia Blankenburg

BAYREUTH. „Wir leben nicht, wir sterben“, sagt die Nissrin Ali (19) über ihr Leben im Asylbewerberheim Wilhelm-Busch-Straße 5, ihrem Zuhause seit sieben Jahren. „Von Geburt an ist unser Leben zerstört“, sagt sie. bayreuth.tv erzählte sie von den Problemen in ihrer alten und in ihrer neuen Heimat.

 

Als staatenlose Kurdin hatten sie und ihre Familie in Syrien keinerlei Rechte und wurden von der Regierung unterdrückt. Aus diesem Grund floh die Familie nach Deutschland. Nun leben sie seit sieben Jahren hier.

Familie Ali möchte hier in Deutschland bleiben, sie werden aber seit ihrer Ankunft nur geduldet. Der Status der Geduldeten muss alle drei Monate erneuert werden - jederzeit droht eine Abschiebung. Aufgrunddessen können Nissrin und ihr Bruder keine Ausbildung beginnen, obwohl beide einen guten Schulabschluss haben und mehrer Ausbildungsangebote. Sie möchte ihr eigenes Leben führen, Geld verdienen, endlich eine eigene Wohnung für ihre Familie mieten und Steuern zahlen, doch sie ist zum Nichtstun verdammt.

Nissrin hätte bereits vor drei Jahren eine Ausbildung beginnen können und wäre jetzt fertig, wenn der Spielraum der Gesetze besser genutzt worden wäre. Sie möchte hier bleiben, sich integrieren - aber man lässt sie nicht.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist ihr Engagement bei Pro Asyl, Karawane und „Jugendliche ohne Grenzen“. Nissrin setzt sich zudem für die Abschaffung der Lagerhaltung in Deutschland ein. Mit Erfolg, denn in München wurden bereits manche Container-Lager abgeschafft. Im September wurde die junge Kurdin mit dem Menschenrechtspreis der Frankfurter Stiftung Pro Asyl ausgezeichnet, eine kleine Bestätigung, dass sich der Einsatz und die Arbeit lohnen. Der Kampf geht weiter.





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UMFRAGE

Nach der Loveparade in Duisburg werden Diskussionen um die Sicherheit auf derartigen Großveranstaltungen laut. Daher wollen wir von Ihnen wissen: Trauen Sie sich noch auf Massenevents oder bleiben Sie lieber zu Hause?

Ein mulmiges Gefühl werde ich sicherlich haben, aber das hält mich nicht vom Feiern ab. Es wird beim nächsten Mal schon nichts passieren.
Ich gehe davon aus, dass die Sicherheit bei zukünftigen Events stärker geprüft wird. Daher habe ich keine Bedenken, Großveranstaltungen zu besuchen.
Ich bleibe lieber zu Hause. Die Ereignisse haben mal wieder klar gemacht, dass die Sicherheit der Besucher nicht an erster Stelle steht.
Schon vor dieser Tragödie habe ich keine Großveranstaltungen besucht. Ein gewisses Risiko lässt sich nie ausschließen.
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