KULMBACH. Die acht Hauptschulen im Landkreis Kulmbach stehen vor einem Umbruch. Jetzt haben die Vorbereitungen für die Gründung von Kooperationen begonnen, die das bayerische Kultusministerium vorsieht. Schulamtsleiter Jürgen Vonbrunn hat bereits mit Hauptschulleitern und Bürgermeistern gesprochen. Nach jetzigem Stand könnte es sein, dass keine Schule ohne Verbundpartner eine Mittelschule bilden kann.
Für den Landkreis Kulmbach waren dem Vernehmen nach ursprünglich drei Verbünde geplant: Einer im Osten mit Stadtsteinach/Untersteinach, Neuenmarkt/Wirsberg und Marktleugast, einer im
Westen mit Thurnau, Neudrossenfeld und der Max-Hundt-Schule in Kulmbach, sowie einer mit Mainleus und der Hans-Edelmann-Schule Kulmbach. Inzwischen aber favorisiert man in München
offensichtlich Verbünde mit größeren Schülerzahlen. Von 500 bis 700 ist die Rede, sodass am Ende im Kreis Kulmbach eventuell sogar nur zwei Verbünde
übrigblieben.
Diese und andere Fragen sollen ab Dezember in einem Dialogforum erörtert werden, in dem Eltern, Vereine, Behörden und Kirchen mitdiskutieren. Bis zum Frühjahr wird mit einem Ergebnis
gerechnet, wie die Schullandschaft aussehen könnte. Die letzte Entscheidung treffen die Kommunen. Möglich sind auch Kooperationen über Landkreis-Grenzen hinweg. Das gilt unter
anderem für Thurnau. Verbünde mit Eckersdorf, Hollfeld oder auch Bindlach seien Alternativen, die geprüft werden müssten, so Bürgermeister Dietmar Hofmann. Manche Ortsteile
Thurnaus lägen eindeutig näher an Hollfeld oder Eckersdorf als an Kulmbach. „Da muss man auch an das Wohl der Schüler denken.“ Hofmann ist in erster Linie jedoch wichtig,
dass der Hauptschulstandort Thurnau erhalten bleibt und dass möglichst bald Klarheit geschaffen wird. „Mich stört, dass das alles noch so schwammig ist. Da ist etwas zusammen
geschustert, aber nicht zuende gedacht worden.“ Etwa bei den Schülerzahlen: Einmal sei von Verbünden ab 300 Schülern, mal von deutlich mehr die Rede.
Auf die bereits bestehende Kooperation mit Thurnau verweist der Neudrossenfelder Bürgermeister Dieter Schaar. Er sieht in solchen Verbindungen eine Chance – wenn sie gewollt seien. Die
Mittelschule sei ein akzeptabler Ansatz und vielleicht „die letzte Chance der Hauptschulen“. Wie viele Verbünde es durch die Mittelschul-Reform im Landkreis gebe, ist für
Schaar nicht entscheidend. „Wichtig ist nur, dass jeder Standort für sich lebensfähig bleibt.“
Kritiker wie der ehemalige CSU-Chef Huber erwarten mit der Einführung der Mittelschulen einen „Wanderzirkus“, in dem Kinder von einem Ort zum anderen fahren. Eine Befürchtung,
die Vonbrunn nicht teilt: „Nach jetzigem Stand wird es einen Praxistag pro Woche geben. Nur da entstehen extra Fahrten.“
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