BAYREUTH. Die Behindertenabteilung der Diakonie Bayreuth befindet sich im Wandel. Der gesamte Bereich hat einen neuen Chef, die drei Werkstätten haben fortan ein sechsköpfiges Führungsteam und eine neue Ausrichtung: Unter dem Motto „Inklusion statt Ausgrenzung“ sollen für behinderte Menschen der Schul- und der Berufsweg individuell geplant werden.
Hans Eckert heißt der neue Chef. Seit Juli ist er als Geschäftsführer für die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und für die Hilfe für das
behinderte Kind. Die ersten drei Monate seiner Arbeit nutzte er nach eigenen Angaben dazu, „die Menschen und ihre Bedürfnisse kennenzulernen“.
Und es gibt in der Struktur der Werkstätten erste Veränderungen. Bislang hatte jede der Einrichtungen einen eigenen Leiter. Die kaputte Glühbirne fiel genauso in dessen Verantwortung
wie das interne Management. Jetzt steht den drei Werkstätten mit Sitz in Bayreuth und Kulmbach eine gemeinsame Führungsspitze voran.
„Wir können so viel direkter zusammenarbeiten und wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen“, sagt Eckert. Die Geschäftsführung der Werkstätten teilt er sich mit
Hartmut Springfeld. Günther Thum kümmert sich um die gesamte Produktion, Klaus Eisenstein verantwortet den kaufmännischen Bereich. Beide sind ehemalige Werkstattleiter. Thomas Opitz
leitet künftig den Sozialdienst, Gerhard Tröger den Bereich Marketing und Vertrieb.
Gemeinsam wollen sie für die Werkstattmitarbeiter integrative Arbeitsplätze schaffen – also Arbeitsplätze, die auch außerhalb der Werkstätten und somit in anderen
Bereichen liegen können.
15 solcher Stellen gibt es bereits. So arbeitet ein behinderter Mensch beispielsweise in einem Altenheim, ein anderer besetzt die Pforte im Diakonischen Werk.
Die Mitabreiter der Werkstätten machen nämlich hauptsächlich Montagearbeiten und sind in der maschinellen Fertigung tätig. Zwar gehören auch Werbedienstleistungen,
Palettenbau, Pflege von Außenanlagen und individuelle Holzprodukte zu den Aufgaben der WfbM-Mitarbeiter. Doch meint Eckert: „Wir wollen den Menschen mehr bieten. Ihr Berufswunsch stellt
für uns einen Auftrag dar – freilich im Rahmen des Möglichen.“
Werkstatt als Sicherheitsnetz
Wenn ein Werkstattmitarbeiter, der bisher in der Montage tätig war, lieber in einem Heim arbeiten möchte, erklärt Springfeld, so soll er sich beruflich weiterqualifizieren und eine
entsprechende Stelle antreten können.
Da die Diakonie die integrativen Arbeitsplätze jeweils stellt, habe er aber jederzeit die Möglichkeit, in die Werkstatt zurückzukehren. „Die Werkstatt dient als
Sicherheitsnetz“, verdeutlicht Eckert.
Damit Menschen mit Behinderung künftig noch mehr Möglichkeiten erhalten, wendet sich das Führungsteam auch an außenstehende Arbeitgeber.
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